Geocaching – Materialschlacht oder wieviel Aufwand ist vertretbar? [1]

Als Neucacher geht man dies Hobby eher unbedarft an. Man hat da mal gehört, oder wurde von einem „Profi“ auf „Tour“ mitgenommen. Jetzt schaut man selbst in einer Datenbank nach, welche einfachen Caches in der nächsten Umgebung liegen. Je nachdem, ob man schon ein GPS besitzt, gibt man diese Koordinaten ein, oder nutzt Onlinetools wie Google Earth um nachzusehen, wo die Dose versteckt sein muss. In Verbindung mit dem Hint ist es dann selbst für Neulinge einfach, die ersten Caches zu heben.

Mit der Zeit kommen dann immer mehr nützliche Ausrüstungsgegenstände hinzu. Hier dürften wohl nach dem ersten oder zweiten Tradi in einem Baumstumpf  Handschuhe gehören. Später kommen noch Taschenlampe und wohl Spiegel oder Fotoapparat hinzu. Die Quintessenz ist auf jeden Fall – die Ausrüstung wächst mit der Anzahl der gemachten Caches. (Siehe auch Bilderthread: Cacheausrüstungen – Geoclub)

Nachthimmel_1_313244 Wer erst einmal infiziert ist mit dem Cachingfieber, wagt sich an schwierigere Caches bei denen teilweise schon im Listing steht, welche Spezialausrüstung benötigt wird. Das können Gummistiefel, Haken, Kletterseile oder sogar Nachtsichtgerät und Laserpointer/UV-Lampen sein. Wer anfangs nur ein einfaches GPS-Gerät hatte, wird oft ein zweites Mal kaufen, da er/sie dann doch merkt, dass Kartenmaterial doch einige Vorteile bringt.

lkw Mancher „Proficacher“ rüstet sogar sein Auto um, um Notebook und Ausrüstung immer einsatzbereit zu haben. Einige loggen sogar mobil auf dem Weg vom Final eines Caches zur Startkoordinate des nächsten Caches um keine Zeit zu verlieren – Handynetzen sei Dank.

Aber wieviel Ausrüstung braucht der Cacher wirklich? Klar ist es witzig, Neucacher zu schocken, indem man den Kofferraum mit den Worten aufmacht „Hier – mit der Zeit brauchst Du all diese Sachen“ , und dort mehrere Schachteln mit Geocaching-Zubehör stehen. Die entsetzten Augen des Neucachers mit 20 Funden sagen einem „So habe ich mir das nicht vorgestellt“. Ja – das sagt sicher jeder, der Anfang da stand und dachte: Geocaching ist Bewegung in der Natur, schöne Wanderwege durch Wald und Flur. Einfach entspannen und etwas für die Gesundheit tun. Dies wird einem leider auch wieder bewusst, wenn man den Kofferraum schließt.

23Riega-Ponferrada09_202564 Aber viele Verfallen dann dem Ehrgeiz, alles an Caches anzugehen, was möglich ist – dann ist es schon zu spät. Die Ausrüstung wird angepasst.
„Man muss ja vorbereitet sein“.  Und im „Cachemobil“ ist ja auch genug Platz.

Es ist sicher mal eine Studie oder Diplomarbeit wert, zu ermitteln, in wie weit das Geocaching mittlerweile ein eigener Wirtschaftszweig geworden ist. Unabhängig von den Geräten und Kartenmaterial kauft der gemeine Geocacher öfter Ausrüstung bei Baumärkten, Outdoorläden, Lebensmittelketten, oder sonstigen Kaufhäusern, um die Kleidung, Ausrüstung, Tauschgegenstände, usw. zu erweitern.

Geocaching scheint kein billiges Hobby zu sein – dabei haben wir uns noch nicht einmal Gedanken über die „Reisekosten“  gemacht, um  die „speziellen Highlight-Caches“ in anderen Regionen Deutschlands und der Welt zu erreichen – hier sei nur der Ort Beelitz erwähnt, und jeder der dort war wird sagen: egal, dieser Lostplace war es wert.

Nochmal – wieviel Ausrüstung braucht der Cacher wirklich? Passende Kleidung und Schuhwerk, GPS, vllt. noch ein Stift. Eigentlich nicht viel, oder?

Liebe Neucacher, die Ihr das gelesen habt. Keine Angst- nicht jeder wird in diesen Strudel der Ausrüstungsfrage gezogen – ich denke, vielleicht nur 80-90%   ;)
Und Ihr Proficacher – seid ehrlich.. wer hat sich hierin erkannt? Wenigstens gibt es für uns innerhalb Deutschlands einige Selbsthilfecachergruppen und –caches :D

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5 Kommentare

  • Ja, ihr Newbies lasst euch bloß nicht abschrecken von solchen Materialschlachten. Viel braucht man erst mal nicht um loszulegen und später kann man den ein oder anderen Cache auch als Team erledigen und ergänzt sich mit der Ausrüstung.

    Wenn man dann halt Gefallen an bestimmten Caches hat, braucht man eben die geignete Ausrüstung (z.B. Kletter-, oder Nightcaches). Ist aber bei jedem Hobby gleich.

    Ich muss ja zugeben das ich auch so ein Verrückter bin und auch noch technikverliebt. Was das heißt, kann man sich sicher denken. Wenn man da oder dort einen Knopf drücken kann, sich irgendwo einhängt und abseilt, oder es hell wird wenn man sein Flutlicht aktiviert, ja dann, dann bin ich glücklich. :)

    • Harmlos, aber mit einem Luxusnavi eigentlich fürs Motorradfahren gedacht, hat es bei uns angefangen. Eher zufällig sind wir dann aufs geocaching gestoßen und erstmal ganz naiv ohne Ausdruck losgezogen- dass dies nicht von Erfolg gekrönt war, lässt sich ja denken…
      Inzwischen – ein 3/4 Jahr und 170 caches später sind ein Zweitnavi und ein Minilaptop dazugekommen. Die sonstige Ausrüstung für T5 und Nachtcaches Stirnlampen und Kletterequipement haben wir eh im Keller liegen. Verglichen mit so manch anderen Freizeitbeschäftigungen von uns ist geocaching bestimmt nicht das teuerste Hobby- und das mit hohem Spaßfaktor!!

  • Hi !!!

    Meine Ausrüstung hat sich im Laufe von vier Jahren Geocachen auch immer mehr erweitert – weil man halt immer wieder mal das eine oder andere brauch! Als der Rucksack stattliche 12 Kilo erreicht hatte, kam ich auf die Idee auszumisten! Irgendwann stellt man nämlich fest – DAS MEISTE SCHLEPP´ ICH FÜR DIE KATZ !!!
    Also – habe ich angefangen, den Rucksack auszuräumen (von den Dingen, die noch in einer extra Tasche immer im Kofferraum liegt ganz zu schweigen)- PMR-Funk-Handys, Rettungsdecke, den zweiten Ersatzkompass, Seil, Klopapier … – wozu das alles (?) – RAUS – bis es meine Frau mitbekommen hat !!! Ihre Frage: was tust Du da ? Antwort: Ballast abwerfen! Reaktion von ihr: Spinnst Du? Was ist, wenn wir es doch mal brauchen? Reaktion von mir: Alles wieder rein !!!
    Und so schleppe ich alles weiter mit :)

    Gruß – Gecko

    P.S.: Und sie wird Recht haben :)

  • Die Materialschlacht egalisiert sich meist eh sehr schnell, sobald das ganze Zeug rumgetragen werden muss.

    Was ich als dauernde Standardausrüstung betrachte:
    – GPS-Empfänger
    – Cache-Beschreibung (Papier oder auf Handy)
    – Stift (ärgerlich, wenn im Cache der IKEA-Bleistift fehlt ;) )
    – trittsicheres Schuhwerk (nicht unbedingt Badelatschen, wobei sogar das in den meisten Fällen sogar möglich wäre)

    Dass bei Nachtcaches eine halbwegs gute Lampe dabei sein sollte, ebenso wie beim Klettern eine entsprechende Menge Seil sicher von Vorteil ist, versteht sich von selbst. Für den 08/15-Cache an sich ist das aber nicht wirklich nötig. Und man darf auch nicht vergessen, dass man mit immer mehr Ausrüstung den Aspekt “Unauffälligkeit” immer mehr verdrängt.

    Grüße

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