[Aufklärung-1] Geocaching, was ist das …… wirklich?

Fast wöchentlich erscheinen neue Artikel in denen ein “Profi” einen Zeitungsreporter erklärt was Geocaching eigentlich ist. Auch wir G-e-c-k-o-s wurden schon gefragt, ob wir uns für ein Interview bereit stellen. Aber jetzt mal Klartext, Götter geben sich halt einfach nicht mit normalen Fußvolk ab. ;) Ok, um ehrlich zu sein, hatten wir damals einfach nicht genügend Zeit.

Was’n das?

Aber was ist nun Geocaching eigentlich genau? Ja, wir alle wissen es ist eine Art moderne Schnitzeljagd oder Schatzsuche bei dem ein GPS benutzt wird. GPS? Na, ein Global Position System eben, mit dem man(n) herrlich “Meiner ist größer als Deiner” (Upps, Eigenwerbung) spielen kann. Komisch, gerade verspüre ich ein Verlangen nach Colorado … von Haribo. Natürlich kann man diesem Gerät auch alles in die Schuhe schieben wenn es mal mit dem Fund nicht geklappt hat. Fund, nicht Found, denn es heißt ja eigentlich Find, alles verstanden?

Wie alles begann.

ulmer Nun soll natürlich auch hier in diesem Beitrag die eine Frage beantwortet werden. “Wer hat’s erfunden?” Stop, jetzt bitte keine Zwischenrufe bei denen das Wort Schweizer vorkommt, schließlich wollen wir ernst bleiben.
Das war natürlich wieder mal so ein komischer Kauz (Dave Ulmer) im Land der unbegrenzten Möglichkeiten (Nein, nicht Franken). Der ist wirklich damals auf die seltsame Idee gekommen eine Dose zu verstecken (ORIGINAL STASH TRIBUTE PLAQUE) und hat dies dann auch noch öffentlich gemacht, also die Koordinaten preis gegeben. Hat dann nicht mal lange gedauert und der ganze Kram wurde gefunden. Damit war die Idee Geocaching geboren. Schnell wurde eine Webseite zusammen geschustert und irgendwann ist Geocaching.com daraus geworden. Hoffe diesen ganzen Absatz sieht jetzt keiner als “Götterlästerung” an.
bohnen
Die komische Bohnendose, die im ersten Cache war, wird aber jetzt scheinbar als heilige Reliquie verehrt und ist wohl auf verschiedenen Events zu sehen. Die Dose hat es nämlich zum Travelbug  geschafft (O.C.B.). Der Inhalt dieser Dose wird aber schon langsam in die Kategorie biologischer Kampfstoff fallen.

Events?

Ja, so nennt man eine Zusammenrottung von lauter Eingeweihten, die dem geheimen Kult huldigen. Dort wird sich dann getroffen und meist seltsame Anhänger und Münzen getauscht oder herum gereicht. Die nennt man in Fachkreisen Travelbugs, Geolutins, Geokretys und Geocoins. Die Travelbugs und Geocoins kann man dann auch noch auf Geocaching.com loggen und bekommt dann dafür einen Punkt und bei den Geocoins auch noch ein schönes Bildchen.
Hey, habe ich da ein mitleidiges Lächeln auf deinem Gesicht gesehen? So nicht, immerhin ist das was wir machen die moderne Art des Briefmarken und Münzen sammeln, sozusagen eine Stufe höher in der Evolution. Unsere Sammelobjekte bekommen nämlich auch ab und an eine Aufgabe zugeteilt, sind per Satelliten und Google Earth auch visualisierbar.
Da heißt es nicht, diese Münze ist in meinem Album auf Seite 15 zu sehen, sondern unsere Geocoin wurde in die Freiheit entlassen und hat Auslauf. Sie hat bisher 1538234 km zurück gelegt, liegt jetzt in einer rosafarbenen Munitionskiste, die mittels extremer Supermagneten an einem Stahlgerüst auf 6 m Höhe eines zerfallenen Hochhauses befestigt ist. Dieses Hochhaus steht in Marokko und war in Besitz von …. . Die Längen- und Breitengrade für diese Location sind N …..- und E ….. . Ach ja, Geocoins sind übrigens weiblich :)

BBB9 007_spoiler Auf Events redet man so über dies und das und niemals über Spoiler. Schließlich sind wir auf keinem VW-Treffen, was interessieren uns da Spoiler. Ok, Spoiler sind in der Geocachingsprache etwas anderes, nämlich Hinweise oder besser gesagt Lösungshilfen wenn es mal wieder länger dauert. Die werden eigentlich nie genutzt, warum also darüber reden. Anscheinend gibt es aber auch in Geocachingkreisen gewisse Randgruppen die sich ab und zu ein paar “Lösungsansätze” hinter vorgehaltener Hand hin und her schieben. tz tz tz

Was gibt es denn nun so alles?

Kommen wir jetzt mal zu den verschiedenen Arten des Geocaching. Da gibt es eine ganze Menge Möglichkeiten. So kann man die Art des Geocaches wählen, die Dosenart und -größe variieren und natürlich das Gelände und den Schwierigkeitsgrad wählen.

Behälter, Dosen, Munikisten
Fangen wir mal mit den Behältern an. Da gibt es sehr viele Spielarten, von der Nanodose, die man fast mit der Lupe suchen muss, bis zur richtig großen Kiste bei der sogar Kinder als Travelbug “abgegeben” werden können. Manche Dosen werden wirklich schick hergerichtet.

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Das fängt bei einer Lackierung an und hört bei einer stimmungsvollen Innenbeleuchtung noch lange nicht auf. Andere Dosen werden eher lieblos behandelt und einfach in die Gegend geworfen. Wichtig ist bei der ganzen Sache eigentlich nur, dass die Dose nicht gleich beim Ansehen zerspringt und die nahezu dicht ist, damit der Inhalt nicht total vergammelt.

Tauschgegenstände
Auch ja, der Inhalt der Dosen. Ist öfter mal ein Thema in den Foren und eigentlich ändert sich auf Dauer nicht viel. Manche geben sich echt Mühe wenn sie so eine Kiste bestücken oder wenn sie Gegenstände tauschen.

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Andere wiederum legen abgelaufene Gutscheine, Zigaretten, kaputte Spielsachen oder anderen unbrauchbaren Schrott rein und viele nehmen dann auch noch höherwertige Sachen dafür raus. So sollte es ja eigentlich nicht sein, aber ich glaube das wurde schon öfters mal angesprochen.

tauschfair2 Denkt bitte mal an Kinder die einen “Schatz” finden wollen und dann einen Abfalleimer finden. Da ist dann oft mal Aufstand angesagt, von der Enttäuschung ganz zu schweigen. Frei nach dem Motto unserer kleinen Aktion “Tausch fair – Mach mit!

 

 

Tradis
Jetzt sprechen wir mal die Geocachingarten etwas an. Da gibt es erst mal die Traditionals, also die Tradis. Wie der Name schon etwas vermuten lässt sind dies eben die “ursprünglichen” Geocaches. Man bekommt einfach die Koordinaten, stiefelt dann zum Versteck und freut sich über den sensationellen Fund.

01amicableTja, wenn es halt immer so einfach wäre, oder anders, wenn es sich manche Geocacher nicht immer so einfach machen würden. Hier meine ich sowohl Verstecker (Owner) als auch Suchende. Die Verstecker wählen dann schon mal als Ort für ihre Filmdose eine sensationelle Baumwurzel in einem gerodeten Gebiet, in dem dann durch widrige Umstände auch noch der GPS-Empfang unter aller Kanone ist. Aber was sind da schon 30m off? Die Suchenden dagegen werden bei Tradis durch eine unbekannte Macht oft dazu verleitet möglichst mit ihrem Fahrzeug auf wenige Meter ranzufahren. Da wird dann mal schnell ein Nissan Micra zu einem echten Offroader umfunktioniert. Durch geschickte Gewichtsverlagerung schafft man es dann auch immer wieder Bodenkontakt für die Räder zu erhalten. Wandern ist nämlich bääähhh, schliesslich sind wir Geocacher und außerdem sieht man in der Natur sowieso überall immer nur Landschaft. (Dieser Spruch stammt übrigens nicht von mir ;) ).

Tradis haben aber auf jeden Fall mehr als ihre Berechtigung. Man muss nicht immer auf Biegen und Brechen mehrere Stages verstecken. Oft macht dies die Location nicht wirklich interessanter. Tradis verfolgen eigentlich mehr das Ziel dem Geocacher eine schöne und interessante Stelle zu zeigen. Leider gehen aber in der Cachergemeinde die Vorstellungen von schönen Plätzen etwas auseinander. Aber manch einer findet vielleicht wirklich eine Tankstelle, eine Parkbank oder einen Parkplatz wunderschön, wer weiß. Obwohl, die ästhetische Biegung einer Leitplanke ……

Multis
Nun die Multicaches. Da geht es dann doch schon mehr zur Sache. Dies ist dann auch eher mit einer Schnitzeljagd zu vergleichen. man läuft hier verschiedene Stationen an und erfährt meistens erst an der nächsten Station wie es dann weiter geht. Oft stehen dann die Koordinaten auch einfach da, manchmal muss man aber auch erst mal eine Aufgabe lösen um weiter zu kommen. Dies kann z.B. eine simple Abzähl- oder Ableseaktion sein, bis hin zu ausgeklügelten mechanischen oder elektronischen Rätseln. Auch hier sind wieder mal keine Grenzen gesetzt. Es ist immer wieder erfrischend wie sich die einzelnen Treppenstufen oder Zaunpfähle doch voneinander unterscheiden. Welche verschiedene Musterungen und Maserungen sie doch alle haben. Na gut, nachdem man bei der 123 Stufe angelangt ist und sich dann nicht mehr sicher ist, ob man sich jetzt nicht doch verzählt hat, wird dies eher etwas zweitrangig. Dennoch, es gibt eben solche und solche Caches und ab und an wird man wirklich mit neuen Ideen überrascht werden.

Mystery
11_Hussnscheisser 2 - making of_Bildgröße ändern Kommen wir nun zu den Mystery- oder Rätselcaches. Diese Caches beginnen eigentlich schon mit einem Rätsel und erst wenn man dieses gelöst hat, kann es los gehen. Leider arten solche Caches oft in Internetsuchorgien aus oder man muss einen Studiengang vorm lösen belegen. Dies schreckt dann den ein oder anderen Cacher doch ziemlich ab und so haben diese Caches oft ihre Anhänger, als auch ihre Gegner. Leider ist es auch oft so, das man vielleicht ein Rätsel nach mehreren Stunden oder Tagen gelöst hat und als Lohn der Mühe eine durchgeweichte Filmdose an einem Parkplatzklo in den Händen hält. Doch ein paar Geocacher scheinen auch hier das Wunder zu vollbringen, diese eigentlich unmögliche Kombination wirklich hin zu bekommen. Ein gutes faires Rätsel in Verbindung mit einer schönen Location. Dafür sage ich Danke.

Letterbox, Event, CITO und Whereigo
new 008 Was gibt es dann noch? Letterbox-Caches, die zum fröhlichen Stempeltausch einladen.
Event-Caches, eben ein mehr oder weniger großes Cachertreffen. Bei Größenordnungen über 500 Geocacher kann man dann noch ein Mega vor das Event setzen. Dann noch Earthcaches, bei denen man eigentlich nur den Ort besuchen muss und dort keine Box vorfinden wird. Dieser Cachetyp ist normalerweise mit einer Logbedingung verbunden. Ja, da will man echte Beweise sehen. Meistens reicht aber schon ein Foto aus.
Erwähnen sollte man auf jeden Fall noch CITO-Events, bei der ein Geocacher tatkräftig beweisen kann, das ihm die Natur nicht völlig egal ist. Bei diesen Events wird z. B. Müll gesammelt und entsorgt.
Neu dazu gekommen sind dann noch die neuen Whereigo-Caches, welche aber noch in der Entwicklungsphase sind und wohl noch etwas Zeit, aber auf jeden Fall etwas gehobene Hardware (Garmin-Colorado oder PPC mit GPS) benötigen. Hier darf man aber gespannt sein, was hier noch zu erwarten ist. Im Moment liest es sich eher wie ein Klick-Textadventure auf einem C 64.

Von zart bis hart

Jetzt geht es mal zu den verschiedenen Einstufungen. Wir unterscheiden hier den Schwierigkeitsgrad und die Geländeeinschätzung. Hier hat man ein Bewertungssystem von jeweils eins bis fünf Sternchen. Sogar halbe Sterne können verwendet werden.

Difficulty
Bei der Schwierigkeit geht es eher um das Versteck oder die evtl. verwendeten Rätseln. Da findet man z.B. Caches bei denen man mittels Scheunentor großer Hinweise auf das Versteck aufmerksam gemacht wird und die andere Variante sind dann Geocaches für die man dann etwas länger benötigen kann, weil das Versteck oder Rätsel eben etwas anspruchsvoller ist. Das soll jetzt aber nicht heißen, dass die schwereren Caches die besseren Caches sind. Auch hier gilt wieder, alles muss stimmen oder was will ich bezwecken oder suchen. Die Bewertung ist eigentlich nur für den Suchenden wichtig. Damit kann man dann einschätzen ob dies eher ein Cache für zwischendurch ist, oder eben eine manchmal sehr laaaaaaaaaange Aktion wird. Manche Owner finden es aber auch sowas von cool, die Suchenden immer wieder mit Rätseln klarzumachen, wer der einzige Cachegott ist und das die anderen nur niederes Volk sind. Da wird die Schwierigkeitsstufe schon mal als eher niedrig eingestuft, weil ja ein fachspezifisches Rätsel für den Owner so simpel ist. Na ja, eben jedem das was er mag.

Terrain
holger krabbeltKommen wir nun zur Geländeeinstufung. Hier findet man eben Caches, die mit Rolli oder Kinderwagen locker zu machen sind. Dann gibt es eben Zwischenstufungen und die Caches für die ganz Harten, eben den sogenannten “Hardcorecachern”. Geocachern denen kein Kanalrohr zu eng und schmutzig, keine Höhle zu dunkel , kein Baum oder Bauwerk zu hoch und kein Wasser zu tief.

Egal ob klettern, kriechen, tauchen. Es gibt für alle was.

Eine 5er Wertung gibt es wenn man dazu Spezialausrüstung benötigt oder wenn es gefährlich werden kann.
hussnii07

Tja, und da haben wir schon wieder einen kleinen Knackpunkt. Was für den einen gefährlich, ist für den anderen ein Klacks. Man kann es aber auch etwas anders sehen. Manch eine(r) schaltet schnell mal das Gehirn aus, oder überschätzt sich maßlos. Ich sag lieber mal zu viel gesichert und nicht so hart, als hart aufzuschlagen.

Wie man sieht ist wirklich für jeden etwas dabei.

Weitere Quellen:

[Tutorial] Wir legen einen Geocache! von 42Cacher

[Tutorial] Wir legen einen Geocache!  Ankündigung

Über den Autor Gecko-1

Liebt den Unterhaltungsfaktor beim verstecken und suchen von Geocaches. Richtiger Name: Holger Hauptverantwortlicher von Geocaching-Franken.de und Gründungsmitglied des Gecocaching Teams G-e-c-k-o-s. Seit 2005 vom Geocache Virus infiziert. Außerdem ist er auch in der Fotografie Szene, abseits des Gewöhnlichen sehr aktiv. www.visual-dreams.de

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