GEOMYTHOLOGIE- Zeichen aus längst vergangener Zeit

Als ich gestern im Auto unterwegs war erregte ein Beitrag im Deutschlandfunk meine Aufmerksamkeit.

Es ging um Geomythologie, …..um was?? Naja, GEO und Mythologie. Im ersten Moment kam mir sofort der ein oder andere Nightcache bzw. Lostplace ins Gedächtnis. Da sieht man mal wieder wie man als Cacher tickt.

Aber um was ging es denn nun wirklich. Die Autorin stellte zunächst heraus, dass sich noch vor 20 Jahren kein Geologe ernsthaft Gedanken darüber machte, eventuell die Mythologie zu rate zu ziehen, um mehr über unseren Planeten und seine Funktionsweise zu erfahren. Heute sind diese Erzählungen mit wahrem Kern bezogen auf geologischen Quellen gefragter denn je.

Es geht um Kämpfe zwischen Göttern mit Feuer und Donner. Sichtungen von Erzengeln, bei deren Erscheinen die Erde bebt: Geomythen sind spannende Geschichten und beschäftigen sich damit, wie frühere Kulturen die Entstehung von Vulkanausbrüchen erklärt haben, von Erdbeben oder Hochwasser. Die Augenzeugen dieser Ereignisse erachteten sie für so wichtig, dass sie das Wissen darum und die Lehren, die sie daraus zogen, an ihre Nachfahren weitergeben wollten. Und so wurden sie als Mythen Teil der mündlichen Überlieferung.”

Bruce Masse vom Los Alamos National Laboratory erklärt, in diesen Geschichten steckt ein wahrer Kern. “Weil die Menschen früherer Kulturen nicht verstanden, was hinter den Phänomenen wie Erdbeben oder Tsunami steckt, haben sie sich solche Katastrophen mit dem Übernatürlichen erklärt.” Der schlechten Laune der Götter oder Geister die in ihr Leben eingriffen – meist nicht positiv – galt es vorzubeugen. So sollten die Mythen den Nachfahren erklären, wie sie den Zorn der Götter entweder nicht erregen – oder wie sie ihn überleben.

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Ein Dorado für Geomythologie

Ausführlich wurde über Hawaii, ein Dorado der Geomythologie berichtet.

Dort konnten durch mythische Erzählungen geologische Ereignisse über eine Zeitspanne von 2.000 Jahren nachgewiesen werden. Dadurch das in den Mythen einige Lavaströme Namen erhielten, war es jetzt noch möglich diese zu finden und das Alter zu bestimmen. Die Zeitspanne von 2000 Jahren erscheint erstaunlich, aber inzwischen haben Datierungen bewiesen, dass die Mythen eines nordamerikanischen Indianerstamms von einem Vulkanausbruch vor fast 8000 Jahre handeln. Der Grund für die Langlebigkeit der Geschichten ist einfach.

Nach Aussage von Bruce Masse sind die Mythen in vielen Kulturen so wichtig, dass sie nur von Spezialisten erzählt werden. Häufig werden sie bei großen Festen vor Publikum erzählt. “Auf Hawaii war es so, dass nur die Mitglieder bestimmter Familien Erzähler werden durften. Sie wurden in den Beruf hineingeboren, trainierten ihr Leben lang. Machten sie ihren Job schlecht, wurden sie getötet.”

Dadurch angespornt, wollten sie natürlich alles sehr genau wiedergeben. Diese Genauigkeit macht die Mythen für die Geologie interessant. Schließlich reichen die schriftlichen Quellen, in denen von Naturkatastrophen berichtet wird, nicht weit genug zurück, um etwaige Risiken für die Bevölkerung wirklich abschätzen zu können. Genau hier helfen die mythologischen Erzählungen weiter.

Daraus resultierend hat in jüngster zeit z.B. der Italienische Geologische Dienst eine Region in Apulien, die bislang als mäßig erdbebengefährdet galt, in die Kategorie sehr gefährdet hochgestuft. Grund dafür war die Auswertung eines Geomythos über die Erscheinung des Erzengels Michael im Jahr 493 nach Christus.

Geomythologie auch in Franken?

Ich denke so ließe sich bestimmt auch die ein oder anderen Geschichte im Frankenland mit vergangenen Naturereignissen in Verbindung bringen.

HesselbergHesselberg bei Wassertrüdingen / der geheime Vulkan ?

Wie z.B. die Geschichte um den Druidenstein, der zwischen dem Dillenberg bei Cadolzburg und dem Hesselberg bei Wassertrüdingen liegt. Diese sollen in einer unheilvollen Beziehung zueinanderstehen. Eine Drud oder gar der Teufel selbst soll versucht haben, einen magischen Stein durch die Lüfte auf den verwunschenen Hesselberg zu tragen. Doch über den Dillenberg sei der Stein ausgekommen und somit ist dieser Ort gleichsam verflucht. Die Felsformation nennt sich Drudenstein, jede Walpurgisnacht tanzen dort die Hexen.

druidenhain1 Druidenhain bei Wohlmannsgesees (GCJ6W4)

Auch um das südsüdwestlich von Wohlmannsgesees/Lkr. Forchheim gelegene Felsenlabyrinth “Druidenhain” ranken sich etliche Mythen. Einige Gesteinformationen tragen geheimnisvolle Namen wie “das Grab”, “das Labyrinth”, “Taufstein” oder gar “Opferstein”.Weitere Informationen zu diesem Ort bietet u.a. Alfons Baier und Thomas Hochsieder von der Uni Erlangen.

GEOMYTHEN gesucht

Ich bin mir ziemlich sicher, es ließen sich noch unzählige Beispiele finden die bei genauerem Betrachten vielleicht auch einen ganz plausiblen Hintergrund bieten. kennt jemand vielleicht einen solchen GEOMYTHOS? Ich würd mich über weitere Beispiele freuen, also nur zu und her mit Euren Mythen. Am besten wäre es natürlich wenn der Mythos noch mit einem Cache verbunden wäre.

P.S. Einen weiteren Beitrag zum Thema gibt es im Deutschlandfunk in der Sendung “Wissenschaft im Brennpunkt: Der Feuerfluch des Llao” am 24.12.07 um 16:30 Uhr. Zwar ein sehr ungünstiger Sendetermin, aber vielleicht lässt sich ja ein Recorder programmieren.

Über den Autor GC-Franken.de

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4 Kommentare

  • Vielleicht kann man den Mythos vom Staffelberg hier auch einreihen.

    Im Staffelberg ist ein großer Weiher und in diesem liegt ein großer Fisch, welcher den Schweif im Maul hat. Läßt der Fisch den Schweif aus dem Maul, so zerspringt und versinkt der ganze Berg; der ganze Main- und Rheingrund wird überschwemmt, Menschen, Vieh und alles geht zugrunde. Damit der große Fisch im Staffelberg den Schweif nicht aus dem Maul lasse, werden in den fernsten Gegenden Gebete verrichtet, so berichten Wallfahrer aus weiter Ferne. Kinder legen das Ohr auf den Boden und horchen auf das Geräusch des Wassers im Berg.

    Der passende Cache wäre dann:
    Mittelerde V – Wetterspitze

  • Da gibt es noch den Teufelstisch auf dem Waldstein. Auf dem Tisch befinden sich “Abdrücke” die von Kobolden stammen sollen die mit glühenden Karten gespielt haben.

    Link

  • der artikel ist interessant! leider sind mir keine geomythen aus unsrer region bekannt … nur unser “vulkan” auf dem DB1NR auch einen cache hat (GCNJEX). man sagt dieser berg, die “hohe wann” hat vulkanischen ursprung. näheres habe ich dazu auch nicht rausfinden können.

    aber dass es auch heute noch mythenbildungen in unsren gefilden gibt zeigt diese begebenheit http://www.tz-online.de/de/aktuelles/bayern/artikel_41442.html

    in einem ortsteil hier in haßfurt erhitzte sich der boden eines hauses auf 70°C. natürlich wurde alles untersucht, gefahren (gas-, wasser-, feuerschaden) allerdings ausgeschlossen. in den boulevardblättern wurde darüber viel gesponnen.

    würde mich auch freuen, wenn es vielleicht im frankenland noch die eine oder andre geschichte zu hören gäbe!

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