Interview mit Bernd (dl3nea) und Raphael (rjhz).

So, das zweite Interview auf unserer Seite. Diesmal konnten wir Bernd (dl3nea) und Raphael (rjhz) für diese kleine Gesprächsrunde gewinnen. Somit haben wir nun auch einen “Jungcacher” dabei, der uns hier Rede und Antwort steht. Na, dann hoffen wir alle mal, dass euch dieses kleine Interview gefällt. ;)

Geocaching-Franken.de:
Hallo Bernd (dl3nea) und Raphael (rjhz). Schön das ihr bei diesem Interview mitmacht.

Bernd und Raphael:
Hallo Holger, es ist eine große Ehre für uns, dass du ausgerechnet auf uns gekommen bist. Mittlerweile gibt es ja auch in unserem Raum doch noch einige andere Mutter/Tochter/Vater/Sohn Kombinationen in allen Variationen.

 

Geocaching-Franken.de:
Ihr beiden seit ja jetzt ungefähr seit November 2005 dabei. Gleich mal die obligatorische Frage wie ihr dazu gekommen seid?

13_raphaelundberndBernd:
Irgendwo hatte ich schon einmal einen Fernsehbeitrag über Confluencing gesehen. Das hat mich damals aber nicht besonders angesprochen, da auch die Strecken, die dafür zurückgelegt werden müssen, mir einfach zu groß waren. Zum Hobby gekommen sind wir durch einen Artikel von Katrin (Waldläuferin) in unserer Tageszeitung, der im Frühjahr 2005 erschien. Irgendwie hatte ich das die ganze Zeit noch im Hinterkopf. Im Herbst dann nach einem Gespräch mit Freunden zu diesem Thema nochmal im Internet gesucht und dann einen Cache fast direkt bei uns zuhause entdeckt. Da war dann der Jagdinstinkt geweckt und ich habe gleich mal im Internet ein älteres Modell eines GPS-Gerätes ersteigert. Damit machten wir uns auf den Weg zur ersten Station von “Klammheimlich in Staanich” vom Team Weinberge. Leider war das Ganze nicht so schnell und einfach, wie wir uns das vorgestellt hatten. Bei unserem ersten Besuch leisteten wir uns einen Zahlendreher beim Eingeben der Koordinaten. (Was wir kurz vor der Heimfahrt bemerkten). Mit den Fahrrädern suchten wir diese Station danach bestimmt noch drei- oder viermal an unterschiedlichen Tagen auf, bis ich mich dann doch traute eine Mail an den Owner zu schreiben. Diese enthielt die vorsichtige Frage, ob die Station vielleicht verschwunden sein könnte, was uns Oli auch bestätigte und dann direkt die Koordinaten der zweiten Station angab. Aus Witterungsgründen konnten wir diesen Cache aber doch erst nach dem Winter abschließen und so wurde ein anderer Schatz, der heute “Steinerne Aussicht” heißt, unser erster Cache.

Geocaching-Franken.de:
Ihr beiden habt ja recht kryptische Cachernamen. Bei dir Raphael setzt sich dieser wohl aus deinem Vor- und Nachnamen zusammen, was bedeutet den
das mysteriöse j?

Raphael:
Als wir angefangen haben, wollte ich gleich einen eigenen Account haben, damit ich alle meine Funde genau sehen konnte. Mein Vater benutzt für eine
Email-Adresse auch seine verdrehten Initialen. Deshalb hab ich einfach auch meine Anfangsbuchstaben und unseren Heimatort gewählt. Das “J” steht für
Josef, meinen zweiten Vornamen. Ich weiß nicht, ob ich die Buchstaben heute noch nehmen würde, da es ja doch etwas schwer zu merken ist. Aber die anderen Cacher kennen mich einfach unter meinem Vornamen und den schreib ich im Log auch immer drunter. Wenn wir unterwegs auf andere Cacher trafen, wurde ich schon öfter angesprochen mit dem Satz: “Du bist doch der Raphael, oder?”. Da spielt der kryptische Cachername dann keine große Rolle mehr.

04_raphaelundbernd Geocaching-Franken.de:
Bernd, dein Cachernamen ist ja offensichtlich auch dein Funker Rufzeichen. Gibt es da irgendwelche Zusammenhänge zwischen Funken und Geocaching? Immerhin gibt es ja gerade in unserem Umkreis ziemlich viele funkende Geocacher oder geocachende Funker.

Bernd:
Das Amateurfunk-Rufzeichen wird weltweit eindeutig von den zuständigen Länderbehörden nach dem Ablegen einer Prüfung, in der unter anderem technische Kenntnisse abgefragt werden, vergeben. Natürlich kann ich nur für mich selbst sprechen, aber ich denke mal, dass Menschen, die die Amateurfunklizenz ablegen, besonders aufgeschlossen für technische Hobbies sind. Das gilt, glaube ich nicht nur für Funkamateure, sondern es sind auch sehr viele Leute dabei, die sehr gute Computerkenntnisse (man sieht es an den Webseiten :) ) besitzen. Vielleicht scheuen auch allgemein “nichttechnische”
Menschen vor der Bedienung eines GPS-Gerätes eher zurück oder interessieren sich auch nicht so für die Berichterstattung über dieses Hobby und verpassen so den Zugang zu einer wunderbaren Freizeitbeschäftigung.

09_raphaelundbernd Geocaching-Franken.de:
Raphael, du bist ja in unserer Region wohl einer der aktivsten “Jungcacher”. Du müsstest jetzt 11 oder 12 sein, oder? Meist seit ihr ja im Zweiergespann unterwegs, manchmal aber auch mit der ganzen Familie. Wer ist den von euch beiden die treibende Kraft, wenn es darum geht cachen zu gehen? Wird euch bei euren Zweiertouren ein Zeitfenster vorgegeben? Hab da sowas von einer “Nachtsperre” gehört. ;)

Raphael:
Anfang Juli werde ich 12 Jahre. Da ich nicht alleine Autofahren darf :) , bin ich natürlich auf meinen Vater angewiesen. Wenn es wieder was Neues in unserem Umkreis gibt, bin ich schon ganz kribbelig und möchte natürlich gleich los. Meinen Vater brauche ich nicht erst groß zu überreden, aber manchmal müssen wir noch mit Mama diskutieren. Caches, die weiter weg sind, sind schwierig, da einfach zuviel Zeit für die Fahrt auf der Strecke bleibt.
Meine Mutter und mein kleiner Bruder sind auch ab- und zu mal dabei, besonders am Sonntagnachmittag. Aber leider fehlt Julian manchmal etwas die nötige
Geduld zum Cachen. Er ist erst drei Jahre alt. Das mit der “Nachtsperre” stimmt schon, da uns meine Mutter damals für einen Nachtcache gesagt hatte, dass wir bis spätestens 23:00 Uhr zurück sein müssen. (Haben wir nicht immer geschafft).

01_raphaelundbernd Geocaching-Franken.de:
Ihr seid ja in unserer Gegend die wahren “FTF-Killer” :) . Zur Zeit geht zwar die Schule vor, aber jetzt mal ehrlich, da muss es doch Strategien dafür geben. Cacheveröffentlichungs-Frühwarnsysteme, Weckrufe in aller Frühe, konsequente Aufgabenverteilung. Wir wollen Fakten, Fakten, Fakten :) .

Bernd:
Das ist Top Secret. Wo kämen wir denn da hin? ;) . Aber manchmal klingelt bei Raphael das Handy – ob das wohl einen bestimmten Grund hat?

Geocaching-Franken.de:
Was gehört eigentlich zu euer Cachergrundausrüstung, was habt ihr immer dabei? Betreibt ihr Paperless Geocaching oder benutzt ihr noch die guten
alten Ausdrucke der Cachebeschreibung? Raphael, hast du ein eigenes GPS-Gerät?

Bernd:
Seid etwa zwei Jahren ist mein einziges Hilfsmittel ein PDA mit eingebauten GPS (SIRF-III). Den PDA verwenden wir sowohl als Straßennavigationgerät, wie auch für die Navigation im Gelände. Für ganz schlechte Wetterlagen hab ich noch eine Otterbox außenrum, aber da muss es schon in Strömen regen damit die zum Einsatz kommt. Lange Zeit benutzte ich das komerzielle “gpstuner” als Software. Seit etwa einem halben Jahr verwende ich eigentlich fast immer das Open-Source-Programm “cachewolf”. Sowohl für Offroad-Navigation, als auch für das papierlose Cachen möchte ich dieses Programm nunmehr nicht mehr missen. Vor allem die Funktionen zum Lösen rechenintensiver Aufgaben machen einem das Leben sehr oft einfacher. Wenn ich genaueres Kartenmaterial brauche, dient mir auch manchmal MagicMaps für Nordbayern als Lieferant.

Raphael:
Und ich verwende das Gerät, das mein Vater am Anfang schon angesprochen hat. Es ist ein älteres Magellan SportTrak.
Als wir anfingen, habe ich alle Cachebeschreibungen und zu jedem Cache ein paar Fotos ausgedruckt und in meinen Cacheordner abgeheftet. Aber nach etwas
über 100 Caches hab ich aufgehört weil der Ordner voll war und weil es zu mühsam wurde.

06_raphaelundbernd Geocaching-Franken.de:
Wie viele von euren Bekannten und Freunden wissen von eurem Hobby und wie reagieren sie eigentlich darauf? Habt ihr schon Freunde bei eueren Touren mitgenommen und haben diese vielleicht dann auch mit Geocaching begonnen?

Raphael:
Meine Cousine und ihren Vater hatten wir ein paar Mal dabei, als wir gemeinsam auf einer Geburtstagsfeier waren und zwischen Mittagessen und Kaffeetrinken noch schnell einen Cache suchten. Inzwischen haben sie auch ein eigenes GPS und auch schon ein paar Caches allein gefunden. Zwei Arbeitskollegen meines Vaters haben auch schon mit dem Cachen angefangen.

Geocaching-Franken.de:
Was euch ja auszeichnet ist eine gewisse Hartnäckigkeit. Es gibt da so gewisse Caches bei denen ihr nicht locker gelassen habt und einiges an
Kilometern (gefahren und gelaufen) zurückgelegt habt. Wurmt es euch, wenn ihr gewisse Caches noch nicht gelöst habt?

Bernd:
Natürlich wurmt es, wenn man etwas in der näheren Umgebung nicht findet. Da sitzt dann schon irgendwo ein Stachel drin, der erst wieder rauskommt wenn der Cache abgehakt ist. Dies trifft aber eigentlich nur auf die Caches zu, die im Suchradius liegen, der eigentlich schon abgearbeitet ist. Also Caches, die ziemlich vorn auf der Not Found-Liste auftauchen und/oder neu sind. Weiter hinten ist das nicht mehr so schlimm. Natürlich haben wir auch noch Caches, die wir angefangen, aber aus irgendwelchen Gründen nicht zu Ende bringen konnten. Es gibt aber eine bestimmte Sorte Caches, die wahrscheinlich auf unserer Not Found-Liste stehen bleiben werden, nämlich die wirklichen T5-Caches. Bisher tauchte noch keiner im unmittelbaren Suchradius auf, aber lange kann es nicht mehr dauern. Aber andererseits… In Raphael’s neuer Schule ist eine Kletterwand – vielleicht meldet er sich da mal zu einem Kurs an…

08_raphaelundberndGeocaching-Franken.de:
Auch bei Rätselcaches seid ihr immer mit vorne dabei. Gibt es irgendwelche Vorlieben von Cachearten? Rätselt ihr gerne oder muss der Mystery einfach aus der Geocacheliste verschwinden :) ? Was macht für euch einen guten Cache aus?

Bernd:
Also ich finde gut gemachte und knifflige Rätselcaches schon toll. Bei Mysteries guck ich auch schon mal in den weiteren Umkreis. Da hab ich noch ein paar gelöste im Heft, zu denen wir bisher aus Zeit- und Entfernungsgründen noch nicht fahren konnten. Wenn den Cache noch niemand gefunden hat, darf es natürlich auch schon mal ein bischen weiter sein und da sind wir dann manchmal auch ein wenig schneller. ;) Vor einiger Zeit haben wir auch mal einige rein virtuelle Rätselcaches gemacht. Hat auch Spaß gemacht, obwohl eigentlich schon ein bischen was fehlt, wenn man nicht raus braucht. Eigentlich gefallen uns alle Cachetypen, wenn sie gut gemacht sind und sich an einem schönen oder interessanten Ort befinden.

11_raphaelundberndGeocaching-Franken.de:
Ihr habt ja jetzt auch schon einige Geocaches gefunden. Was war euer schönstes, aufregendstes, unheimlichstes oder spannendes Erlebnis?

Raphael:
Da gäbe es natürlich viel zu erzählen und mit jedem Cache ist irgendwie auch eine kleine Geschichte verknüpft. Zum Beispiel ist bei unserem allerersten Nachtcache einmal unsere (damals) einzige Taschenlampe kaputtgegangen und wir mussten nur durch das Leuchten vom PDA zurück zum Auto finden. Das war ganz schön unheimlich.
Was ich besonders schön fand: in einem Cachebehälter hatte der Owner (vielleicht weiß ja einer wer es war :) ) eine Urkunde speziell für mich hineingelegt. Da hab ich mich ganz riesig drüber gefreut. Das war der Cache, bei dem wir einige Male waren und einmal auch in strömenden Regen etliche Kilometer zurück zum
Auto laufen mussten.

Geocaching-Franken.de:
Gibt es etwas, was ihr anderen Geocachern mit auf den Weg geben möchtet?

Bernd:
Da dieses Hobby so vielfältig ist wie die Menschen, die es betreiben kann man eigentlich nichts Spezielles raten. Jeder darf seine eigene Art und
Weise finden, wie er das Hobby betreiben möchte.

Geocaching-Franken.de:
Vielen Dank für dieses interessante Interview mit Euch. Man sieht sich bestimmt bald mal wieder.

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Über den Autor GC-Franken.de

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3 Kommentare

  • Klasse, die ganzen Urkunden :D

  • Sehr spannendes Interview!

    Ich bin Journalist bei der Nürnberger Zeitung und suche Geocache-Fan (s) in Nürnberg u. Umgebung, die Lust hätten, mir etwas über ihr Hobby zu erzählen. Gerne auch ein Vater-Sohn-Familien-Gespann!
    Wer kann mir weiterhelfen bzw. Kontakte vermitteln?

    Außer über e-Mail bin ich auch unter 0160 / 977 323 49 zu erreichen.

    Vielen Dank
    Florian

  • @ Florian
    Habe die Anfrage mal “weitergeleitet”.

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