Mysteries – Materialschlacht oder wieviel Aufwand ist vertretbar? [2]

In Franken erfreuen sich in letzter Zeit wieder Mysteries wachsender Beliebtheit. Rätsel stellen eine ganz andere Anforderung an die Cacher – vor der Dose erst einmal den Geist anstrengen und nicht einfach nur „hinlaufen & loggen“. Der Einfallsreichtum den Owner an den Tag legen muss auch gelobt werden.

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Quelle des Bildes: geralt

Auf der anderen Seite sitzen Cacher am Bildschirm und wissen manchmal nichts mit diesem Cache anzufangen. Fragen-Mysteries sind ja teilweise noch leicht  mit Internetrecherche zu bewältigen. Ausnahmen gibt es jedoch Enigma #1 braucht Wochen der Recherche – und dennoch ist man sich erst einmal nicht sicher, ob die Lösungen wirklich korrekt sind. Dort fährt man aus Franken auch nicht einfach mal hin, um den Rest vor Ort zu lösen. Aber der Ehrgeiz, diesen Cache zu lösen, lässt einen immer wieder daran arbeiten. Er bringt zwar nur auch einen Punkt in der Statistik – aber genauso die Genugtuung „ich habe den schwersten Cache Deutschlands geschafft“.

puzzle_4_295877Schwieriger sind Caches bei denen Denksportaufgaben oder Puzzle zu lösen sind. Oft finden sich dann Cachergruppen, die solche Aufgaben gemeinsam angehen und Ansätze diskutieren. Da kann ein Mystery schon einige Zeit beschäftigen. Aber auch Cacher, die dank „Geochecker“ die „Bruteforce“-Methode anwenden und  ein paar Möglichkeiten ausprobieren, finden die Dose über kurz oder lang.

Ganz andere Wege kann man bei Caches gehen, die rein auf algorithmischer Basis arbeiten. Einige Caches verwenden irgendwelche Verschlüsselungen, wie Substitutionsalphabete oder Codewörter. Andere folgen einfach nur mathematischen oder logischen Regeln. Dieser Art Mystery kann man, sofern das Fachwissen und Ehrgeiz ausreichend vorhanden sind, auch einfacher beikommen: Diese folgen bekannten Verfahren, die man nur in ein kleines Computerprogramm umsetzen muss.

Kreuzund_quer_333398Rot-13 ist hier wohl noch am einfachsten. Dies System versteht jeder Cacher. Aber dass es hier noch 24 weitere Möglichkeiten gäbe etwas zu verschlüsseln – das beachtet keiner. Beim Geocaching wird er verwendete Zeichensatz auf 26 Zeichen gekürzt und Sonderzeichen stehen meist als „Klartext“ dazwischen. Bisher lief mir noch kein Cache über den Weg, der von diesem Minimalprinzip abgewichen wäre. Alle benutzten Rot-13, sofern es um die einfache Rotation ging. Dennoch gehört es für mich mittlerweile dazu Text-Rätsel erst einmal  auf die häufigsten Substitutionsalphabete hin in allen Varianten zu testen. Ein kleines Programm mit einer Schleife – ich habe nicht einmal die Maustaste wieder losgelassen und sehe schon, ob der Versuch sich gelohnt hat, oder nicht.

KM_288614Ein  Cacher gibt also nur noch das Rätsel ein und erhält binnen einiger weniger Sekunden die Lösung, sofern er richtig lag. Nach diesem Prinzip lassen sich auch z.B. sog.  „Datamatrix“-Caches lösen. Einfach Bild in Software, Klick, Lösung ablesen. Diese Programme gibt es sogar schon kostenlos für moderne Fotohandies. Hier ist nur die Frage, wie schnell erkennt jemand dies Prinzip und kann sich die passende Software besorgen. Selbst auf Geocaching-Franken setzt Gecko-1 eine Unterart ein.

Für informatikaffine Cacher mögen solche Dinge manchmal ein D=1 sein. Für andere Cacher können diese Caches so schwer werden, dass sie Wochen und Monate brauchen, sie zu lösen – oder gar nicht erst angehen (ich besitze selber solch einen Cache).

Wie zu lesen ist, stellen Mysteries mitunter ganz andere Anforderungen an einen Cacher als ein „normaler Multi“. Aber dennoch bewerten wir diese ebenso in Schritten D=1 bis D=5. Gerecht wird dies eigentlich nicht, wenn man  sich den Aufwand ansieht, den man teilweise hineinsteckt. Mal ist es für jemanden lösbar – mal unmöglich. Läuft man zu einer Koordinate und muss eine Station suchen, weiß man, dass sie in der Regel im Umkreis von 20m sein muss. Hier bezieht sich das D auf die Frage, wie schwer ist sie versteckt, oder das Rätsel in der Station. Dennoch braucht man hier selten Stunden oder Tage und Wochen.

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Wie beim Thema Ausrüstung kann hier die Frage gestellt werden: wieviel Aufwand ist gerechtfertigt? Der Owner hat kaum Aufwand. Er weiß wie es funktioniert – er weiß, wie man leicht an die Dose herankommt und kennt jeden Schleichpfad. Der Cacher, der sich an dem Cache versucht, sieht erst einmal ein blaues Fragezeichen.  Gut ist es, wenn man den Cacheleger kennt und damit seine Art, Caches zu verstecken. Aber selbst das ist noch lang nicht Garant dafür, schnell eine Eingabe zu erhalten, die einem zur Lösung führt. Manchmal verzettelt man sich auch selbst in einem falschen Lösungsansatz. Dann wird der Aufwand zur Lösung meist etwas größer.

Dennoch gilt bei Mysteries dasselbe wie bei der Ausrüstung: je mehr Caches und Erfahrung im Rätsellösen Du hast, desto leichter wird es. Man kennt ein Prinzip von einem anderen Cache, oder gleich die Vorlage in einer anderen Region. Man weiß welche Art einen erwartet und welche „Hilfsmittel“ man (mit)nehmen muss auf dem Weg zum Final.

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4 Kommentare

  • Das einzige was ich bei Mysteries für wichtig halte ist das sie fair sind.

  • “Mystery ist nicht gleich Mystery” (ok, ich leg ja schon meine Euros in die Phrasenschwein-Kasse).

    Was macht für mich nen richtig guten Mystery aus? Lokation, usw. müssen wie bei anderen Caches auch zusammenpassen, klar, aber hinzu kommt für mich, daß auch das Rätsel / der Lösungsweg zusammenpassen muß, am Besten mit ein paar unerwarteten Wendungen drin.

    Für solche Caches (wo nicht irgendeine Knobelei, Matheaufgabe, Googleproblem o.ä. aus irgendeiner Quelle adaptiert wird) ist der Aufwand auf Ownerseite auch meist deutlich höher als bei den Suchern.

  • Hoi

    zum Thema “Cache passt zum Raetsel”. Wenn es sich um Caches handelt bei denen man zu Hause raetseln muss – dann zum Final geht, ist meine Erfahrung, dass die Location nicht immer zum Raetsel passt. Was jetzt nicht heissen soll, dass dann die Locations eher Muellplaetzen glichen.

    Bei meinem “Heimat” soll die Location zum Nachdenken anregen, was aus der Heimat wurde.. aber jeder motzt nur, dass der Platz Schrott waere. Aber ich hab mir was dabei gedacht.

    Zum Aufwand. Zumindest, was hier an Mysteries liegt, wuerde ich doch sagen, der Sucher hat mhr Aufwand als er Owner. Einen Platz suchen oder Multi drum rum aufbauen ist “Standardarbeit”. Nur das Raetsel ist “Mehraufwand” gegenueber anderen Cachetypen.

    Bei meinem “Rueckerschlag-Cache” der auch ein Raetselcache ist (Suche ohne Koordinaten 7 Stationen – an 4en ist was versteckt) war auch mein Aufwand deutlich geringer. Die Cacher fluchen, da sie manchmal die Hinweise an den Stationen nicht sehen und daher 2x oder 3x suchen muessen :-p

    Da Ihr weiter weg wohnt.. kann es bei euch natuerlich ganz anders sein bei manchen “Unterarten”. Ich selbst hatte genug Probleme anfangs, als ich von Muenchen nach Franken zurueckkam. Dort unten wurden Caches teilweise etwas “anders” gelegt. Aber das ist auch etwas, was ich unter Erfahrung verbuche.. je mehr Caches und Owner Du kennst, desto einfacher ;-)

    Gruessle

    • Also wenn ich jetzt mal von unseren Mystery-Caches spreche, dann würde ich behaupten das der Aufwand für Owner und Suchenden sich ungefähr die Waage halten. Teilweise ist der Aufwand den wir haben sogar meines Erachtens höher.

      Zur Zeit lese ich das vierte Buch über ein Thema, recherchiere im Internet und schaue Filme nur um einen schönen Mystery zu zimmern.

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