Stinkig auf die Dosenfischer

Um es mal gleich vorweg zu sagen, ich bin richtig sauer. Da lade ich mir gestern die neusten Podcasts auf mein iPhone und sehe das auch die Dosenfischer wieder zugeschlagen haben. Na dann doch gleich mal in die neusten Episoden reingehört. Irgendwann kam dann die Stelle an der über die Aktion “no press, please” berichtet wurde.

Die Seite auf die sich die Dosenfischer stellen war mir eigentlich von Anfang an klar. Schließlich ist ja doch stark ersichtlich das sie den Medien bestimmt nicht abgeneigt sind. Außerdem kommen sie ja “vom Fach”.  Egal ob Konzert, welches ja nur wegen einer Wette veranstaltet wurde und bestimmt nicht wiederholt wird (ich würde mal sagen, warten wir mal ab ob da nicht noch was kommt), wie auch Radioauftritte (ist ja schließlich toll im Radio zu sein), oder eine geplante CD, Podcast oder Coin. Da wird kräftig über Kommerz im Bereich Geocaching diskutiert und dann will man sein Hobby zurück. Hmm, vielleicht beißt sich da der Hund selber etwas in den Schwanz?
Klar finde ich die Lieder auch nicht schlecht und diese machen eigentlich auch Laune. Aber dann sollte man vielleicht auch nicht über andere “Werbeaktionen” schimpfen.

Das jemand anderer Meinung über die Aktion “no press, please” ist, finde ich völlig legitim. Auch der Beitrag von ksmichel, der eben eine andere Sichtweise schildert, obwohl er leider “no press, please” als Totalverweigerung darstellt geht  noch in Ordnung. Eigentlich meine wir nämlich beide ziemlich das Gleiche.

Nochmal kurz erklärt:

nopress

  • “no press, please” soll keine Totalverweigerung gegenüber der Presse darstellen.
  • Sie soll den Medien eher klarmachen, dass man mit uns nicht alles machen kann.
  • Sie soll klar machen das die Medien etwas von uns wollen und wir nicht von ihnen.
  • Sie soll Geocacher sensibilisieren, dass man den Medien nicht einfach gutgläubig und naiv gegenübertreten darf.
  • Newbies sollen durch die Aktion auf die Problematik, die durch fehlerhafte Berichterstattung entsteht, aufmerksam gemacht werden.
  • Medien sollen merken, dass man uns nicht einfach “verheizen” kann. Sie sollen sehen das wir eine große Gemeinschaft sind.

Ich bin bestimmt nicht so naiv und denke das man dadurch all die Probleme stoppen kann. Die Aktion soll als deutliches Signal verstanden werden, dass eben nicht alles geht. Je mehr Geocacher hier Flagge zeigen um so wirkungsvoller wird die Sache sein.

Beispiel 1

Stellt euch z.B. folgende Situation mal vor. Ein Newbie fängt voller Tatendrang zu cachen an. Irgendwann will er dann vielleicht mal mehr über das Hobby erfahren und macht sich im Internet danach auf die Suche.
Geocaching in die Suchmaschine getippt und schon landet er auf diversen Geocachingseiten. Dadurch wird er auch immer wieder auf die Aktion “no press, please” aufmerksam und macht sich deswegen etwas Gedanken darüber. irgendwann kommt dann mal wieder so eine Anfrage zwecks Interview eines Geocachers. Vielleicht geht er an das Ganze dann doch etwas bewusster oder gar nicht ran.

Beispiel 2

Medienleute recherchieren im Internet über Geocaching. Auch sie werden auf diese Aktion aufmerksam. Vielleicht gehen sie dann doch etwas anders mit uns um. Da bei mir die Hoffnung zuletzt stirbt, meine ich das im positiven Sinn.

… und was soll dann der ganze Aufriss in Bezug auf die Dosenfischer

Wenn man über ein Thema diskutieren will, dann sollte man sich doch bitte etwas genauer darüber informieren. Das war aber leider schon öfters so, aber wäre auch nicht so schlimm.

Rechts?

Das man aber überhaupt bei dieser Diskussion das Thema “rechte Parteien” ins Spiel bringt, auch wenn es kein Vergleich sein soll finde ich mehr als untere Schublade. Wenn man hier keinen Vergleich bringen will, warum spricht man das dann an? Sind jetzt alle Befürworter der Aktion nun Radikale? Sorry, aber darüber hab ich mich mehr als geärgert. Diese Aktion hat bestimmt überhaupt nichts mit so etwas zu tun.

Leider wird ja auch das please in der Aktion nicht gesehen. Bei Twitter hab ich dies nun auch angepasst.

 

Wie gesagt, es ist keine Totalverweigerung.

Auch ist no press bestimmt nicht nur wegen dem dpa Artikel entstanden. Es sind hier viele Vorfälle gewesen und irgendwann sollte man auch mal seine Meinung darüber kund tun. Gerade in unserer Region sind durch die Medien sehr gute Caches “verheizt” worden. Vielleicht können die Dosenfischer da aber auch nicht so ganz mitreden. Weiß nicht genau ob sie schon mal wirklich aufwendige Geocaches wie z.B. Ostoroschno (damit sie mal die Dimension einschätzen können) gelegt haben und eigentlich wissen wie viel Arbeit und Herzblut da drin steckt. Wenn dann durch die Medien solch ein Cache wirklich “verdorben” wird wäre ich auf die Reaktion der Dosenfischer mal gespannt.

Ich bin jetzt seit rund 4 Jahren dabei und will bestimmt mit dieser Aktion Geocaching nicht schaden sondern ein lieb gewonnenes Hobby schützen. Ich denke auch die Befürworter dieser Aktion verfolgen das gleiche Ziel.

Normalerweise habe ich den Podcast der Dosenfischer gerne gehört, war zwar nicht immer der gleichen Meinung, aber so darf das gerne auch sein. Wenn das Niveau aber dann auf diese Stufe geht ist bei mir Schluss  Wenn man aus dem Medienbereich stammt, kann man natürlich anderer Meinung sein, aber dann sollte man nicht auf solch einer Stufe zum diskutieren anfangen … und ja, ich bin immer noch sauer. Der ganze Artikel ist bestimmt auch ziemlich emotional angehaucht, aber über sowas musste ich mir einfach mal Luft machen. Mögen mir die Dosenfischer Groupies verzeihen.

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Über den Autor Gecko-1

Liebt den Unterhaltungsfaktor beim verstecken und suchen von Geocaches. Richtiger Name: Holger Hauptverantwortlicher von Geocaching-Franken.de und Gründungsmitglied des Gecocaching Teams G-e-c-k-o-s. Seit 2005 vom Geocache Virus infiziert. Außerdem ist er auch in der Fotografie Szene, abseits des Gewöhnlichen sehr aktiv. www.visual-dreams.de

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21 Kommentare

  • Kann mich deinen Worten voll und ganz anschliessen. Ich unterstütze diese Aktion auch weiterhin, da ich selber von den ganzen Presseartikeln verärgert und genervt bin.
    Habe selber auch schon negative Erfahrungen mit der Presse gesammelt, die drehen oft alles so, wie sie es grade brauchen. (Hatte natürlich nichts mit Geocaching zu tun ;) )

    Happy Caching

    Greetz CaLLiBRi

  • Aua… da ist ja richtig Zorn in der Welt. Ich würde mich freuen, wenn der wieder verfliegt.

    Wir haben bisher so wie fast alle Cacher in unser Hobby nur investiert. Wir haben auch wie die meisten Geocaching-Blogger in unser Hobby Bloggen und Podcasten nur investiert. Rausgekriegt haben wir bisher eine Menge Spaß an der Sache und gute Leute haben wir auch getroffen. Viele. Geld? Fehlanzeige. Insofern halte ich den Seitenhieb anfangs des Artikels für ungerechtfertigt. Ich denke, wir können die Aktion ohne solche Nebenkriegsschauplätze diskutieren.

    Natürlich ist die Erwähnung der braunen Jungs Polemik und plakativ. Aber hey, Du hast einen polemisch-plakativen Button verbreitet der in seiner Aussage sehr radikal ist. Die Grafik dazu auch. Dabei ist relativ egal, wieviel Text Du zur Erläuterung dazu gibst. Der Button und die Grafik sprechen einfach eine deutliche Sprache. Und in dieser Radikalität kenne ich das bisher nicht von Verfechtern eines lustigen Hobbys sondern nur von Vertretern zweifelhafter Weltanschauungen. Es gab, das möchte ich betonen, keine Gleichsetzung, noch nicht mal ein Vergleich, sondern nur eine persönliche Assoziation.

    Ich kann mit den meisten Zielen, die Du oben formuliert hast, eine Menge anfangen. Auch ich denke, dass der Umgang mit Medien gut überlegt sein will. Auch ich denke, dass die Medien etwas von uns wollen und nicht umgekehrt. Auch ich denke, dass Eitelkeit kein guter Berater im Umgang mit Medien ist und so weiter…

    Es ist – ich sags mal freundlich – eine Sauerei, wenn gute Caches über Medien verbrannt werden. Da wir die Wartung des Ostoroschno intensiv begleitet haben, wissen wir zum Beispiel, dass der Owner ein Jahr daran gearbeitet hat. Es ist ein gutes Ziel, solche Geschenke der Owner an die Community vor Missbrauch und Enttarnung zu schützen. Ich habe den Eindruck, dass die Aktion “No Press” aber das nicht leisten kann.

    Vielleicht grübeln wir Blogger ja mal drauf rum, wie und wo wir in der Hinsicht ansetzen können. Denn tolle Caches zu erhalten, ist, finde ich, der beste Grund, so eine Aktion zu fahren. Die Überlegung, dass Medienleute und Interessierte möglichst schnell auf diese sensible Seite des Cachens aufmerksam werden sollten, ist ja absolut richtig. Und das ein Netzwerk aus Blogs und Twitter so eine Aktion bei Google nach oben spülen kann auch. Aber dass der zufällig vorbeisurfende Leser Deinen Erklärtext zu „No Press“ bis zu Ende liest und genau dieses Detail in Gänze wahrnimmt, das ist, mit Verlaub, unwahrscheinlich. Liegt nicht am Text, liegt an Lesegewohnheiten im Internet. Was meinst Du, könnten wir – also nicht wir Dosenfischer, sondern wir alle – da weiter grübeln?

    • Ja, dieser ganze Beitrag war sehr emotional und ich hatte wirklich eine richtige Wut im Bauch. Solche auch “Nicht-Vergleiche” haben meiner Meinung nach bei solchen Diskussionen nichts zu suchen. Denke aber auch du hast emotional reagiert, da du dich auch selbst von dieser Aktion angegriffen fühlst. Auch deine Wut kann ich verstehen.

      In meinem Artikel habe ich ja auch dazu geschieben das Vorschläge wirklich erwünscht sind. Diese Themen betreffen uns alle, also sollten so viel wie möglich auch mitbestimmen und sich einbringen. no press, PLEASE soll nicht radikal sein. Der “Slogan” ist eher provokativ gemeint. Eigentlich erfüllt er schon seinen Zweck, da darüber schon mal diskutiert wird.

      Langsam ist auch die Wut etwas verraucht, ich hoffe du verstehst das ich mir mal Luft machen musste.

  • Ich habe mir noch nie einen Podcast ganz angehört, da ich lieber Texte lese als sie zu hören. Nun habe ich mir das Dosenfischer Ding mal angehört und finde es schon zeimlich radikal.
    Aber Blogger vertreten oft ihre eigene Meinung und sind nicht unbedingt objektiv.
    Das ist ja auch die Stärke von Blogs.
    Und das du jetzt wiederum deine Meinung wiedergibst ist doch genauso okay.
    Es wird immer wieder Situationen geben wo man sich über andere Blogs ärgert. Entweder man schreibt es sich dann von der Seele oder ignoriert diese Dinge einfach.
    PS: Das ich die No Press Aktion nicht so toll finde habe ich ja auch schon mal geschrieben.

    • Das ist auch dein gutes Recht das dir diese Aktion eben nicht gefällt.
      Finde auch fichtig und gut das solche Themen eben diskutiert werden sollen, aber dann bitte nicht auf dieser “braunen” Schiene.

  • wow, ich bin ja schon sehr empfindlich, konnte aber eigentlich im Podcast nix finden was ich wirklich schlimm fand. Ein Vergleich mit den Rechten fand gar nicht statt sondern ein Vergleich des Verhaltens einer Gruppe gegenüber der Presse und das ist wenn man es SEHR eng sehen möchte VIELLEICHT grenznah, in meinen Augen nicht mal das… Aber ok, in Deutschland sollte man nicht mal Worte mit ss nutzen, das kann schon negativ ausgelegt werden. Sorry, schlechter Witz, stellt aber überzeichnet da was ich meine.

    Ich finde die No Press Geschichte ebenso überflüssig wie die Dosenfischer da der Effekt 0 sein wird, es werden sich eh immer welche finden die der Presse sogar noch nachlaufen…

    Was mich stört ist dieser Artikel denn er ist keine Auseinandersetzung mehr in der Sache sondern für mich kommt das eher so rüber als ob jemand beleidigt ist das da andere Blogger nicht seiner Meinung sind. Die haben das aber begründet und sind dabei relativ sachlich geblieben. Genau DER Punkt fehlt mir hier, es wird “der anderen Seite” Kommerz vorgeworfen, rhetorisch geschickt unterstellt das sie ja gar nicht wissen wie aufwendig das verstecken ist, kurz es wird beleidigt und unterstellt… Ob das wirklich das wahre Vorgehen ist, in meinen Augen nicht.

    Übrigens bin ich noch länger als du dabei, wenn scheinbar schon ein “wer hat den Längsten” stattfindet 8-)

    Vielleicht ist es einfach keine gute Idee einen Artikel in dem “Seelenzustand” zu schreiben, manches darf man denken, nicht schreiben!

    • Ja, ich habe das aus einer Wut raus geschrieben. Ein Vergleich mit Rechten fand meiner Meinung nach schon statt. Wenn man dann dazu sagt es sei kein Vergleich macht es die Sache nicht besser.

      Das darfst gerne alles überflüssig finden, steht dir ja zu.

      Der Artikel ist sehr wohl eine Auseinandersetzung mit dem Thema. Das ich dafür nun nicht die Kommentarfunktion bei den Dosenfischern benutzt habe ist nun mal mein gutes Recht. Wenn du den Text wirklich gelesen hast, dann würdest du sehen das es mir bestimmt nicht darum geht das jemand anderer Meinung war in Bezug auf no press, please. Jeder wie er will.

      Schön das du länger dabei bist und schön das dir alles eigentlich egal ist. Man kann alles totschweigen.

      Vielleicht war es nicht die beste Idee in dem “Seelenzustand” das alles zu schreiben, aber ich fand es angebracht. Wie so oft, wen es nicht interessiert der muss es nicht lesen. Für mich ist es eine Art der Diskussion. Diese hat jetzt sogar schon zwischen den Beteiligten stattgefunden und hat somit vielleicht schon etwas die Gemüter beruhigt (Meins schon :) ).

      Auch ein ja zu dem ersten Absatz (Kommerz) gegenüber den Dosenfischern. Ich habe mir den Podcast beim Schreiben nochmal angehört und da hat war ich vielleicht etwas mehr aufgewühlt über die Sache als ich hätte sein sollen. Das war eigentlich ein anderes Thema und hatte mit no press, please nur im Ansatz was zu tun.

  • Ein Blick in die aktuelle Presselandschaft reicht aus, um zu der Überzeugung zu gelangen, das “No Press, please” nicht funktionieren wird:

    Die Redakteure von http://allradler.com/ verstecken eine eigene Serie von Dosen in der afrikanischen Wüste und berichten natürlich ausführlich darüber. Habe jetzt nicht nachgesehen, ob die auch bei einer der bekannten Plattformen gelistet wurden.

    Ein Paddler berichtet in der aktuellen Ausgabe des http://www.kajak-magazin.com/ sehr ausführlich und in einem seperatem Artikel über Geocaching und verweist auf gc.com. In der vorherigen Ausgabe war Geocaching ebenfalls Thema, allerdings als Randbemerkung.

    In einer der aktuellen Motorradzeitschriften (exakter Titel ist mir leider entfallen) gibt es eine Anzeige für das GPS-Festival von Garmin im Kleinanzeigenteil.

    In der letzten “Outdoor” gab es einen ausführlichen Artikel über Geocaching, ohne Bezug zu einem bestimmten Cache.

    Das ist nur der klitzekleine Teil, den ich mitbekomme und hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

    Vielleicht funktioniert eine Sache bei Presseanfragen: Geocaching ist alt, ganz alt! Habe hier einen gescannten Artikel der Berliner BZ, doppelseitig und von 2002!
    Andererseits boomen sämtliche Outdooraktivitäten gerade und unser Hobby passt den meisten Herstellern in diesem Bereich gut ins Konzept.

    Gruß
    Christoph

    • Ja, das immer wieder etwas darüber geschrieben wird ist klar. No press, please soll aber auch dafür sorgen das wir Geocacher nicht den Fehler machen und zu gutgläubig mit der Presse umgehen dies geschieht einfach immer wieder und geht dann nach hinten los.

  • Nun mir ging es ja mal so ähnlich. Auch bei mir wurde von den Dosenfischern nicht richtig recherchiert und munter Zeugs geblabbert. Auch ich war etwas entzürnt…vor allem über die Kommentare dazu. Ich wäre auch lieber erst gefragt worden…
    Nun warst halt mal du dran…und ich bin mir sicher das bald ein anderer dran glauben muß

    • Wenn ein Podcast so bekannt ist wie die Dosenfischer, sollte man sich schon bewusst sein, dass hier sehr schnell Meinungsmache entstehen kann. Deshalb sollte man mit den Aussagen etwas vorsichtig sein.

  • @Gerald
    Ich verstehe den Zusammenhang “nicht richtig recherchiert” (was sicher passieren kann) zu dieser Diskussion im Moment noch nicht. Und schlimmer: Ich hab vergessen, worum es damals ging. Kannst Du meiner Erinnerung da nochmal auf die Sprünge helfen?

    @Gecko-1
    Ich habe Deine Aktion und den Wirbel darum in der Sommerpause intensiv verfolgt, eben weil sie mich betrifft. Deshalb meine ich: ich habe die Aktion verstanden, finde sie trotzdem nicht gut. Oder präziser: Nicht gut gemacht.

    Einfach, weil sie den formulierten Zielen nicht gerecht wird. Warum, habe ich oben erklärt. Und dass es eine Diskussion gibt, ist an sich doch kein Erfolg. Das Thema ist unzählige Male debattiert worden und es diskutieren immer dieselben – diejenigen, die in dieser Hinsicht bereits Bescheid wissen.

    Wirklich sinnvoll wäre ein Waschzettel für Redakteure, der kurz und prägnant erklärt, was in der Berichterstattung gar nicht geht. Der müsste dann überall dort verbreitet werden, wo sich Journalisten potenziell über das Hobby informieren wollen. Den könntest Du an alle Blogger weitergeben, in alle Foren pinnen und bei Events den Neulingen als Hilfestellung mitgeben. Fünf knappe Thesen meinetwegen und nicht so einen durch und durch missverständlichen Spruch in Englisch, mit einer Grafik, die eine merkwürdige Botschaft transportiert. Marketing-Gedöns also, das erst dann verständlich wird, wenn jemand Deinen ellenlangen Text dazu gelesen und verstanden hat.

    Insofern darf ich nun einmal provokativ die Frage stellen, wem diese Aktion eigentlich nützt. Der Bekanntheit Deines Blogs, oder der Sache?

    • Tja, das ist eben das eigentliche Problem der super Journalisten. Wenn man über ein Thema schreiben will sollte man sich auch richtig damit befassen. Warum sollte man den Redakteuren eigentlich ihre Arbeit abnehmen? Macht man das bei einem Arzt, einer Werkstatt, in einem Geschäft genauso? Wieso soll man den Redakteuren alles auf einem Silbertablett servieren, seid ihr Medienleute was Besseres?

      Fakt ist das Journalisten sich mit dem Thema Geocaching nicht genug befassen, eine Sensation oder Schlagzeile gesucht wird und da geht man schon mal über Grenzen hinaus. Auch Absprachen werden oft nicht eingehalten. Dies wird sich nicht ändern, das wurde schon so oft versucht.

      Das mit der Bekanntheit der Seite…
      Die Aktion könnte auch auf einer anderen Seite laufen oder unter einer unabhängigen Domain. Ich habe hier meine Meinung mal kund getan wie ihr es ja auch so oft tut. Habt ihr da Alleinrechte verbucht, sorry wusste ich nicht. Dazu verwende ich eben die zur Verfügung stehende Webseite und stehe ja mit meiner Meinung nicht ganz alleine da. Das Medienleute wie dir dies nicht passt kann ich verstehen. Das dann noch sowas von deiner Seite unterstellt wird … (Coins, andere Aktionen, Auftritte, geplante CD) Das alles hat bei euch nichts damit zu tun das ihr bekannter werdet? Gleich wird auch wieder jemand kommen und fragen ob ich neidisch bin, stimmts? Antwort vorweg, schlicht und einfach nein.

      Die Aktion no press, please hat bestimmt nicht das Ziel diese Seite hier bekannter zu machen, sondern es wird auf die Infos verlinkt. Wie soll man das sonst machen?

  • Nein, Medienleute sind nichts besseres. Und Medienleute sind nicht alle gleich. Große, kleine, dicke, dünne, doofe und kluge gibts und noch viel mehr.

    Wir beide werden die Arbeitsbedingungen und -prinzipien der Journalisten nicht ändern. Ihr Job besteht nunmal darin, schnell viele Informationen aufzunehmen, durch ihr Handwerksraster zu schicken und ebenso schnell wieder auszuspucken. Und es ist nicht ihre Aufgabe, für diejenigen zu arbeiten, über die sie berichten. Sie versuchen ein Thema für ihre Hörer, Leser oder Zuschauer aufzubereiten. Weil die in der Regel von GPS, Geocaching und Co keinen Schimmer haben, werden bestimmte Vergleiche immer wieder herangezogen – Schatzsuche”, “Schnitzeljagd” – das sind Versuche, ein Thema in den vermuteten Horizont des Adressaten einzupassen. Und weil Journalisten nur eine begrenzte Anzahl von Zeilen oder Minuten dafür zur Verfügung haben, suchen sie die Dinge schnell auf den Punkt zu bringen.

    Wer also möchte, dass bestimmte Botschaften unbedingt vermittelt werden, oder wer einen Medienfuzzi sensibilisieren möchte für Feinheiten oder das Unschreibbare, oder den Knackpunkt an der Sache… der wird nicht umhinkommen, mit ihm zu reden. Wer davon ausgeht, dass Medienleute unbelehrbar sind, der braucht auch keine “No Press Please”-Aktion.

    Und zu Deinem letzten Absatz im Kommentar:

    Wenn Du nur Deine Meinung sagen wolltest, dann hätte es ja ein Artikel getan. Grafik und Spruch für alle zum mitmachen wären dann ja überflüssig gewesen. Aber das, was Du gemacht hast könnte man… ähem… Meinungsmache nennen, oder? ;-)

    Ich finde, dass uns das Internet eine umwerfende neue Freiheit beschert. Die Freiheit einfach so zu publizieren, was wir denken und für richtig halten. Und dass nun Medien nicht mehr die einzigen sind, die dieses Privileg genießen, das finde ich absolut großartig. Ich weiß auch nicht, warum mir das nicht passen sollte. Im Gegenteil. Ich liebe es.

    Und nun lass uns aufhören. Schreib noch ein Schlusswort und gut. Wir sind, denke ich, am Ende angekommen.

    • Ja, wäre mir auch mehr als recht. Das Blöde ist eh das fast alle die sich dazu äußern und gegen die Aktion sind oder diese zustimmen das Gleiche wollen, unser Hobby schützen.

      … und ja, vielleicht sollte ich immer erst etwas abwarten bevor ich gleich auf ein Kommentar antworte, aber wenn wir miteinander sprechen würden, würde es wohl nicht viel anders laufen.
      Das mit euren Coins, CD usw. finde ich ja auch akzeptabel da es ja unter uns Geocachern verteilt bleibt und nicht als Werbung nach außen benutzt wird.

      Hoffe das da jetzt nicht ewiger Groll entsteht.

  • Naja, vielleicht sollte man eine andere Wortwahl als “NO press, please” benutzen, wenn man nicht von einer totalverweigerung sprechen will, oder?

    “some press, please” wäre doch super, besser noch “good press, please” ;)

    • Ist eine Überlegung wert, wie gesagt alles ist ausbaufähig. good press, please klingt aber etwas wie betteln. Sowas sollten wir auch nicht nötig haben.

      Vielleicht wäre aber fair press, please ein neuer Ansatzpunkt.

  • Wie wäre es mit deutsch?
    “Keine Medien bitte!”

    • Würde ja am Sinn nichts ändern. no press ist ein geläufiger Begriff, deshalb habe ich diesen gewählt. Da aber no press, please öfters als Totalverweigerung verkannt wird, suche ich nach einem etwas passenderen Ausdruck. fair press, please finde ich eigentlich gut, vielleicht sollte ich mal eine Umfrage dazu machen.

  • Junge Junge, da hat sich ja was hoch geschaukelt. War selbst ein wenig überrascht, als das Thema im Podcast angesprochen wurde.

    Ich kann nur zustimmen: Der Button sollte, wenn er denn bestehen bleibt, einen anderen Slogan tragen. Auf den ersten Blick erinnert er eben schon an den Fußball-Slogan “Deutsche Presse-auf die Fresse” der gerne mal von Ultras geblökt wird. Obwohl ich Dich kenne, Holger, und obwohl ich sehr gerne die Seite besuche, hab ich mir die Erklärung nie vollständig durchgelesen. Vielleicht könnte man ja auch einen deutschen Slogan verwenden, denn je verständlicher, desto besser.

    Bei meinem CITO hab ich vorher eine Presseerkärung verfasst, die sich der Reporter ja gleich gekrallt hat, danach war das Gespräch beendet. Dafür passte aber dann auch der Artikel und fantasierte nichts zusammen.

    Um die Presse kommen wir nicht herum. Wir haben nur die Wahl Promis oder Newbies das Feld zu überlassen, die sich gerne darstellen, oder ordentlich über das Thema berichten. So kann man im Gespräch mit der Presse auch das Problem mit der Presse ansprechen. Das geht aber nur wenn man den Dialog sucht und sicht nicht verweigert und sich dann ärgert, wenn Halbwissen verbreitet wird.

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