OpenStreet Map (OSM) – Teil 2 – JOSM, der javabasierte Editor

image34JOSM (JavaOpenStreetMap) ist ein Editor für die Erstellung bzw. weiteren Vervollständigung der OSM-Karte. Der JOSM-Editor wurde -wie der Name schon sagt- in Java programmiert und ist für alle gängigen Betriebssysteme kostenfrei erhältlich. Es soll hier eine grobe Übersicht der Funktionsweise des JOSM-Editors gegeben werden.

Eine in die Tiefe gehende Anleitung findet man hier: JOSMGuide

Um mit dem JOSM-Editor arbeiten zu können, muss man sich vorher auf der OSM-Seite (OSM) registrieren, da der Editor auf OSM-Daten zugreift und sich für deren download einloggt.

Es ist notwendig, daß man eine aktuelle Java-Runtime auf seinem Rechner installiert hat. Eine Java-Runtime ist die Laufzeitumgebung für Java-Programme, ähnlich wie ein Browser-Plugin für Flash-Animationen oder Greasemonkey für Skripte wie GC-Vote. Allerdings ist Java erheblich mächtiger und der Vergleich mit den genannten Beispielen hinkt ein wenig, da Java eine vollwertige Programmiersprache ist. Die aktuelle Runtime findet man hier.

Mit JOSM werden die Daten eines vorher ausgewählten Bereichs der OSM-Karte auf den PC heruntergeladen. Man kann die Daten somit Offline bearbeiten, was die Performance deutlich verbessert. Zudem kann man sich erst vom Erfolg der Bearbeitung überzeugen, bevor man die Daten wieder auf den OSM-Server hochlädt. Der Anfänger unter den Kartografen weiß den “UnDo-Button” sehr zu schätzen.

Beim Definieren des gewünschten Bereichs (einfaches “Rahmen ziehen”) sollte auch die Option “GPS-Rohdaten” angewählt werden. Damit erhält man nicht nur die aktuelle Karte, sondern auch die Tracks, welche die Nutzer im Laufe der Zeit für diese Gegend hochgeladen haben.

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Auswahl des Ladebereichs

Diese beiden Datenbereiche werden in zwei Ebenen (engl. layer) angezeigt, welche wie bei Zeichenprogrammen üblich an- und abgeschaltet werden können.

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Beispiel für die Anzeige beider Layer – Kartendaten mit Punkte und die zugrunde liegenden Tracks.

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In diesem Beispiel ist die Schicht mit den Tracks ausgeblendet (das Auge (Pfeil) wurde deaktiviert) somit sind nur die aktuellen Daten sichtbar.

In der ersten Ebene kann man nun sämtliche Daten der OSM-Karte sehen und bearbeiten.

Unser erwähnter Briefkasten wurde hier markiert und im Eigenschaftsfenster am rechten Bildrand sieht man die dazugehörigen Tags. Zusätzlich wurde noch der Betreiber Tag angefügt (operator=Deutsche Post AG).

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Kartendaten – Datenebene

Man kann sich nun die zweite Ebene mit den heruntergeladenen GPS-Daten einzeln oder mit der Karte zusammen ansehen.

Im zweiten Layer (GPS-Daten) erscheinen die vom Nutzer hochgeladenen Tracks.

Die Tracks werden nicht als Punkte dargestellt, sondern als Linien. Diese dienen nur als Zeichenvorlage und können nicht in die Datenebene integriert werden.

Die OSM-Karte wird also tatsächlich komplett auf Basis der Tracks/Linien gezeichnet!

Dabei ist zu beachten, dass Tracks einige Besonderheiten aufweisen. So entsteht beim Tracken eine Punktwolke, wenn man sich langsamer bewegt oder gar stehen bleibt, da das GPS ja stur pro Zeiteinheit weiter einen Punkt dem Track hinzufügt.

Grundsätzlich ist es die Aufgabe des Nutzers, beim Editieren einen “Mittelweg” zu zeichnen.

Die Genauigkeit ist hier absolut ausreichend, selbst für eine spätere Navigationsfunktion.

Im folgenden Bild wurde dem reinen Datenlayer der Layer mit den GPS-Daten (rot eingefärbt) hinzugefügt:

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Kartendaten – Datenebene und GPS-Daten Ebene (rot eingefärbt)

Diese Ebene stellt nun die tatsächlich getrackten Strecken dar. Es ist zu erkennen, dass eine Vielzahl von Punkten und Wegen nicht auf einem Track liegen.

Dies kann grundsätzlich zwei Ursachen haben:

  • der Track wurde nur am PC bei der Bearbeitung der Karte verwendet und nicht hochgeladen (schlecht, da für andere nicht nachvollziehbar)
  • die Daten wurden gemäß Luftbild oder anderer Angaben gezeichnet

Hier kommt dann eine weitere Möglichkeit der Datenaufnahme ins Spiel, welche nur bei guter Ortskenntnis angewandt werden sollte:

Es besteht die Möglichkeit, dieser Ansicht noch ein Luftbild von Bing oder anderen Anbietern z. B. dem Bayer. Vermessungsamt zu hinterlegen. Wie bei Luftbildern üblich, ist die Aktualität der Aufnahme sehr eingeschränkt und entspricht teilweise nicht mehr der Realität. Es kann auch vorkommen, dass die Luftaufnahme zum tatsächlichen Verlauf etwas versetzt erscheint.

Es wäre nun falsch, die Daten ohne Ortskenntnis 1:1 zu übernehmen.

Dennoch besteht dadurch die Möglichkeit weitere Details in die Karte einzutragen, insbesondere wenn schon Tracks existieren, welche zeigen, wie genau das Luftbild mit der Karte übereinstimmt.

Im nächsten Bild wurde der Auswahl noch das Luftbild hinterlegt:

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Kartendaten – Datenebene, GPS-Daten Ebene (rot eingefärbt) und Luftbild

In dieser Ansicht lassen sich dann Häuser und andere markante Punkte eintragen. Wie bereits erwähnt, ist die Zeichnung von Straßen und Wegen nur bei guter Ortskenntnis ratsam!

In dem hier gezeigten Bild existiert eine relativ gute Übereinstimmung zwischen GPS-Daten und Luftbild.

In Teil 3 geht es mit diesem Editor aber noch weiter ….

Über den Autor GC-Franken.de

Hinter Geocaching-Franken.de steht ein mehrköpfiges Reaktionsteam.

Durch die Zusammenarbeit im Team wollen wir vor allem gut ausgearbeitete Artikel zu verschiedenen Themen online stellen.

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