[TEST] GPS-Gerät Magellan Explorist 110

Erfreulicherweise durfte ich da GPS-Gerät  Magellan Explorist 110 für ein paar Wochen testen. Meine Eindrücke möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten und deswegen dieser kleine Artikel dazu.

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Ausgangslage war wie gesagt ein Magellan Explorist 110 (irgendwie will ich immer Exorzist schreiben).
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Lieferumfang ist das GPS-Gerät, Batterien und eine Kurzanleitung. Wobei hier der Schwerpunkt wirklich auf KURZ ausgerichtet ist. Für einen Anfänger bietet diese Anleitung wirklich zu wenig.
Ein Download eines weiteren Handbuch war mir nicht möglich, da es scheinbar keines gibt. So etwas geht meiner Meinung nach nicht und hinterlässt für mich den Eindruck ein unfertiges Produkt zu bekommen. Ein USB-Kabel sucht man auch vergebens. Somit zum ersten Eindruck.

Karten

Darauf installiert ist eine Basis-Karte (weltweite Basiskarte mit
detaillierteren Straßennetzen von Nordamerika, Kanada, Westeuropa und Australien sowie Hauptstraßen im Rest der Welt). Dies ist für mich schon der erste Knackpunkt. Die Karte kann man eigentlich kaum im Outdoorbereich gebrauchen. Auf meinen Geocachingtouren hatte ich oft leere Flächen, heißt keinerlei Orientierungsmöglichkeiten über die Karte.

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Mit ein paar Tricks lässt sich das Gerät mit einer OSM-Karte erweitern. Super, denn gerade ein Anfänger sollte nicht erst auf Tricks angewiesen sein um elementare Dinge auf den Gerät ausführen zu können. Warum wird einen das installieren von Karten von Haus aus nicht so leicht wie möglich gemacht? Ein Karten fähiges GPS, bei dem das übertragen von Karten schwierig ist? Seltsames Konzept und bedeutet für mich nur, dass das Gerät absichtlich abgespeckt wurde um ein teureres Gerät interessant zu machen.
Scheinbar ist es sowieso bei Magellan nur möglich auf OSM-Karten zurück zugreifen. Dafür muss man den Kartendienst maps4me benutzen, was eine Mitgliedschaft (8,90€/Jahr) voraus setzt.
Diese Karten in Verbindung mit dem GPS konnte ich leider nicht nutzen, da ich für eine Test keine Mitgliedschaft abschließen will und das installieren dieser Karten auf dem 110 von Magellan anscheinend nicht erwünscht ist.

Technik und Daten

  • Abmessungen 111 x 56 x 36mm
  • Gewicht 147g
  • Display 2,2″ – 240 x 320 px
  • Stromversorgung 2 x AA
  • Batterielaufzeit bis zu 18h (laut Hersteller)
  • Speicher 2GB intern/ davon 900MB nutzbar, nicht erweiterbar
  • Schutzklasse IPX7
  • GPS SiRFstarIII™
  • empf. VK 129€*

Der Prozessor im Gerät wurde herunter getaktet (Im Vergleich zum Explorist 310), von 400 Megahertz auf 233 Megahertz. Außerdem wurde die Nutzung von POIs gestrichen und die Anzahl von Geocaches und Wegepunktes auf je 500 beschränkt. Ich kann leider nicht beurteilen ob sich die Heruntertaktung negativ auswirkt, da ich hier keinen Vergleich habe. Für mich reagiert das Gerät allgemein ziemlich träge.

Test

Wie schon geschrieben ist meiner Meinung die Bedienung ziemlich träge. Klar darf ich zu diesem Preis keine Highspeed Bedienung verlangen, aber der Eindruck bleibt. Hat man keinen Vergleich zu anderen Geräten, wird dies auch wenig stören.

Das Display ist unter normalen Bedingungen gut ablesbar, bei Sonneneinstrahlung hingegen eigentlich kaum. Ich habe eigentlich immer die Hintergrundbeleuchtung laufen lassen um die Ablesbarkeit zu erhöhen. Damit ist das Display auch ziemlich kontrastreich.

Gehäuse

das Gehäuse ist schön gestaltet und die Größe ist vom Handling angenehm wenn man nicht zu große Hände hat. Es besteht bis auf die Deckelverschlussschraube (Metall) aus Kunststoff. Die oberen Kanten finde ich etwas zu “scharfkantig”. Ich weiß, dass ist jetzt Meckern auf hohen Niveau.
Einen Gürtelclip oder Karabiner sucht man im Lieferumfang vergebens. Die Öse zum befestigen eines Karabiners ist zwar schön gedacht, aber für etwas stabilere Karabiner zu eng und somit auch nicht so toll.

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Bedienknöpfe

Das Gerät hat 4 Drucktasten, einem Joystick und einen Ein-/Ausschaltknopf.

Ein-/Ausschaltknopf

Das ein- bzw. ausschalten funktioniert gut, ein versehentliches Ausschalten ist eigentlich nicht möglich. Außerdem erreicht man darüber ein Menü für die Hintergrundbeleuchtung, Ausschalten und Ruhezustand und kann damit Screenshoots erstellen.

Joystick

Damit kann man in den Menüs und auf der Karte navigieren und auch durch drücken verschiedene Aktionen auslösen. Nach etwas Gewöhnung, konnte man das Gerät damit recht gut bedienen, teilweise kam es aber doch immer wieder zu Fehlbedienungen, wenn es etwas schneller gehen sollte. Denke man gewöhnt sich daran.

Back-Taste

Damit gelangt man ins Hauptmenü oder spring einen Schritt zurück.

Menu-Taste (Ja, Menu, nicht Menü)

Hiermit gelangt man auf verschiedenen Bildschirmen auf weitere Menüfunktionen.

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Menü

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Map

Damit kommt man zur Karte, welch Überraschung. Ist man auf der Karte angelangt, kann man mittels Menu-Knopf verschiedene Funktionen starten. Dies geht von Karte anpassen, bis Wegepunkt hinzufügen. Auch einen Kompass kann man einblenden und vieles andere mehr.

Man kann bis zu 4 Infofelder (z.B. Entfernung, Geschwindigkeit, etc.) einblenden, zusätzlich einen Kompass, der zur Navigation eigentlich ganz nützlich ist und den Positionspfeil anpassen. Am Ende kann man sich damit den Kartenbildschirm schön zustellen und das war es dann auch mit der Übersicht auf dem kleinen Bildschirm. Hier ist manchmal weniger besser als zu viel. Zwinkerndes Smiley

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Hier nun wieder mein Eindruck was die Geschwindigkeit betrifft. Leider sehr träge. Die Karte dreht sich nur sehr langsam mit und auch der Pfeil oder Kompass reagieren zu langsam. Meiner Meinung nach nicht so toll.

SICHERN

Damit können Tracks gestartet, gespeichert oder gelöscht werden. Hier fällt auf, dass auch die Übersetzung nicht ganz vollständig ist (Yes / No).

Tracks

Auswahl von Tracks und starten eines selbigen.

Wegepunkte

Wie der Name schon sagt, können hier Wegepunkte ausgewählt werden. Außerdem können weitere Wegepunkte hinzugefügt werden oder eine Wegepunkt Projektion durchgeführt werden. Auch sortieren, löschen (Alle), etc. ist möglich.

Geocaches

In diesem Bereich sind die Geocaches gelistet. Diese können ausgewählt werden und eine Navigation dorthin durchgeführt werden. Außerdem kann man sich die Geocachebeschreibung, Logs und Hints, Attribute und Weiteres anzeigen lassen. Auch der Status (Gefunden, nicht gefunden, Prüfen, etc.) kann angegeben werden. Eine Fieldnote kann erstellt werden.

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Routen

Auswahl, editieren und Starten von Routen.

Dashboard

Hier erhält man einige Infos mittels Datenfelder die selbst wählbar sind. Es ist also eine Übersicht verschiedener Daten wie z.B. (Tageskilometer, Genauigkeit, Satelliten, Zeit in Bewegung, etc.)

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Tools

In diesem Menü kann man das Gerät anpassen oder auch verschiedene Funktionen (Projektion), Angel & Jagen, Sonne & Mond, Flächenberechnung, etc) starten.

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Fazit

Von der Ausstattung kann man bei diesem Preis nicht meckern. Diese ist völlig ausreichend für ein Einsteigergerät.

Da hier mit einem Karten fähigen Gerät geworben wird, aber das Installieren von Karten unnötig schwer gemacht wird ist für mich nur aus Marketinggründen verständlich. Schließlich will man ja auch teurere Modell begründen.

Als Einsteigergerät geht die Bedienung in Ordnung. Das Display ist in dieser Preisklasse gut, aber zur übersichtlichen Bedienung zu klein. Mir nützen die vielen Infofelder leider nichts, wenn die Übersicht nicht mehr gegeben ist. Im Vergleich zu anderen Geräten ist mir das Gerät viel zu langsam. Der Vergleich ist aber auch mit dem Magellan 610, Garmin Coloradeo 300, Garmin Map 60csx und einem iPhone 4 durchgeführt worden, was das Ganze etwas unfair, aber doch deutlich macht.

Ich denke in Verbindung mit einer OSM-Karte erhält man sehr günstig ein kartenfähiges GPS-Gerät, dass die Garmin Etrex Einsteigergeräte (eTrex 10 – minimale Kartenfunktion / Monochrom) ersetzt. Wenn man aber etwas mehr ausgeben will, würde ich persönlich wohl ein Etrex 20 oder 30 auch mal anschauen.

Preis/Leistung
4

Handhabung / Praxistest
3

Verarbeitung
3-5

Ausstattung
3-5

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Über den Autor Gecko-1

Liebt den Unterhaltungsfaktor beim verstecken und suchen von Geocaches. Richtiger Name: Holger Hauptverantwortlicher von Geocaching-Franken.de und Gründungsmitglied des Gecocaching Teams G-e-c-k-o-s. Seit 2005 vom Geocache Virus infiziert. Außerdem ist er auch in der Fotografie Szene, abseits des Gewöhnlichen sehr aktiv. www.visual-dreams.de

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3 Kommentare

  • Ich bin sicher kein Fanboy einer Marke, deshalb wollte ich neben meinem Garmin eTrex 20 mal was Anderes ausprobieren und habe mir den Explorist 110 bestellt. Besonders auf das so hoch gelobte Display war ich sehr gespannt.
    Bereits nach zwei Stunden Herumspielen war klar: Das Ding geht zurück!

    Mein Fazit:

    – Akkufresser

    – sehr ungenaue Navigation: Wo der eTrex auf 3 Meter kommt, zeigt der Exorzist stur 12 Meter Genauigkeit an. Das ist zuviel.

    – die Mac-Anbindung ist so gut wie nicht vorhanden. Firmware-Update deshalb nur auf Windoof-Rechnern oder per Parallels möglich. Hallo, Magellan, in welchem Jahrhundert leben wir?

    – ich habe es nicht geschafft, die automatische Trackingaufnahme auszuschalten. Obwohl sie im Kontrollfeld angeblich aus war, hat das Ding ständig weiter Linien auf dem Display herumgekritzelt. Das geht gar nicht.

    – das Display mag ein wenig heller und kontrastreicher sein als das des eTrex, aber nicht merklich besser. Zum einen erkauft man sich das mit enormem Batterieverbrauch, zum anderen ist die Schrift auf dem Display so klein, dass man eh kaum etwas erkennen kann (sage ich als Brillenträger)

    – Der Magi ist extrem lahm! Bis das Gerät auf einen Tastendruck reagiert, vergeht viel zu viel Zeit. Der eTrex ist sicher auch kein Sprinter, aber diese merklichen Pausen zwischen Tastendruck und Reaktion entstehen dort nicht.

    – dass der Speicher nicht erweitert werden kann, wusste ich vorher. Das kann man also nicht kritisieren. Die Qualität sowohl der originalen Basemap als auch der optionalen OSM-Karte, die man mit einem Trick aufspielen kann, ist im Vergleich zur Garmin Topo Deutschland 2012 unterirdisch.

    – zu guter letzt ist der Explorist 110 im direkten Vergleich vielleicht vom Design her schicker, aber er ist auch (gefühlt) schwerer und irgendwie unhandlicher.

    Schade, schade, ich dachte, es müsse ja nicht immer Garmin sein, aber der Exorzist 110 hat mich leider eines Besseren belehrt.

    P.S.: Den ersten Explorist 110 habe ich bei Warehouse Deals „wie neu“ bestellt, und er ließ sich nicht einschalten. Das zweite Gerät, neu bei Amazon selbst bestellt, ging zwar an, hat mich dann aber doch enttäuscht. :mad:

  • Danny Wagenfeld

    Hallo…ich habe meiner tochter und mir das magellan explorist 110 zu weihnachten geschenkt und bekomme es nicht in gang. bzw. zeigt das gerät mir nur geocaches kilometerweit weg an. das gekritzel der tracks gehen auch nicht weg. habe versucht pocket queries raufzuladen, geht auch nicht. kann mit eventuell jemand einen tip geben, wie ich es in gang bekomme…. .weinen:

  • Sandra Neugebauer

    Hallo,
    folgendes Problem, vielleicht kann ja jemand helfen?
    Ich habe ein Magellan explorist GC und meine Mutter einen Magellan explorist 110. Ich bin mit meinem immer zufrieden gewesen, habe jetzt allerdings Windows 8 und seit dem klappt es nicht mehr meine Caches auf den Magellan zu laden. Ich muss die Caches immer über meinen alten Laptop (Windows Vista) laden, wo es auch einwandfrei klappt. Und das selbe Problem hat auch meine Mutter mit ihrem Magellan. Gibt es denn kein Download für Magellan auf Windows8? Denn ich habe im Netz noch keinen gefunden. Kann mir da jemand weiter helfen? Über Informationen wäre ich sehr dankbar.
    :)

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