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Spontan oder Plan? - Druckversion

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Spontan oder Plan? - ulinator - 07.03.2019

Ich melde mich mal wieder zu Wort mit einem Thema, das bei uns im Cacherkreisen immer wieder für Diskussionsstoff sorgt: spontanes Cachen gegen geplantes Cachen.

Ich persönlich bin schon immer ein Planer gewesen, was nicht unbedingt meiner Natur entspricht, aber aus technischer Sicht notwendig ist. Emo025

Angefangen habe ich mit dem Garmin nüvi (ja, ein Autonavigationssystem Emo023 ), das mich im Fußgängermodus auf der Luftlinie mit stets bedrohlicher Akkuanzeige dem Ziel nähergebracht hat.
Aus diesem wurde ein Jahr später, als klar wurde, dass mich dieses Hobby weiter beschäftigen wird, ein eTrex 10. Ja genau, das kostengünstige, robuste, gelbe Teil mit lächerlichen 7 MB (sieben Megabyte!) internem Speicher ohne Möglichkeit, diesen durch Zuschub einer SD Karte zu erweitern.

Wir schreiben das Jahr 2019 und ich übe mein Hobby noch immer mit genau diesem Gerät aus - und meine Freunde, Bekannten und Verwandten fragen sicht: wie kann man nur? Zumal ich als Informatiker eine Affinität zu aktueller Technik haben sollte, stimmt's?

Ganz einfach: ich mag das Gerät. Ich kann es im Regen bedienen, ich kann es im Schneetreiben mit Skihandschuhen bedienen, die beiden AA-Batterien halten im Dauerbetrieb eine gefühlte Ewigkeit (zwanzig Stunden ist überhaupt kein Problem) und es gibt keine Funktion, die ich vermisst hätte.

Das einzige Problem - und damit bin ich beim eigentlichen Thema - ist die Karte. Es hat zwar einen gewissen Charme, nur mit Hilfe von Richtung und Entfernung ein Ziel anzusteuern und den richtigen Weg zu finden, doch wer schon mal nach ein paar Kilometern gemerkt hat, dass die Schlucht zwischen ihm und dem Ziel immer breiter wird, weil man zuvor an einer Gabelung die falsche Entscheidung getroffen hat, weiß die Möglichkeit einer Karte durchaus zu schätzen.
Emo023

Es gibt nun Möglichkeiten, wie man trotz der geringen Kapazität zumindest ausschnittsweise Kartenmaterial auf mein Gerät verfrachten kann. Dazu muss ich aber natürlich im Vorfeld wissen, wohin ich gehe, innerhalb welchem Radius ich zu cachen gedenke und je nachdem wie ausufernd eine Tour sein wird, für welchen Teil davon ich eine Karte zwingender benötige als für andere.
Das erfordert Planung, Vorbereitung und ein Auseinandersetzen mit der Tour, was nicht selten auch zu einer gewissen Vorfreude führt. Ist das jetzt schlimm? Bin ich altmodisch?
Es mag sein, dass es in unserer hochdigitalen Zeit nicht mehr stendesgemäß ist, sich mit technischen Beschränkungen herumzuschlagen. Es mag sein, dass in einer Zeit, in der wir zwei Smartphones zum Verwalten und Durchtakten unseres Zeitvorrats, das spontane Gelegenheits-Cachen angesagt ist.

Trotzdem bin ich ein Verfechter der Entschleunigung und die - mir selbst aufgezwungene! - Planung einer Tour ist mein Beitrag dazu.
Natürlich habe ich auch ein Smartphone - mit schlechtem Internet-Tarif und daher unterwegs meist im Offlinemodus und beim Cachern eher als Werkezug für Berechnungen, Cacher-Tools oder als Kamera. Das ist das Spontanste an Technik, was ich unterwegs zu bieten habe.

Ach ja: immer dann, wenn meine "Touchscreen"-Hightech Kollegen unterwegs die Batterien tauschen müssen, danach verzweifelt, eine Lichtung suchen, um das Gerät zu kalibireren oder sich die Grundfunktionen auf dem nassen Display nicht mehr bedienen lassen bzw. die Wege auf der farbenfrohen Karte nicht mehr erkennbar sind, grinse ich in mich hinein und freue mich über mein Low-Tech-Gerät, dass zwar seine Tücken, mich aber noch nie im Stich gelassen hat.

Emo026


RE: Spontan oder Plan? - massafranz - 07.03.2019

Ein sehr schön geschriebenes "Pro" für das geplante Genusscachen! Emo023

Bei mir ist es so, dass ich morgens oft nicht weiß wo ich mittags bin. In der Homezone? Hunderte km weg?
Ist nicht wirklich machbar mit Vorplanung, wenn man mal in eine neue Ecke kommt und dort natürlich auch das eine oder andere Döslein loggen will. Das geht naturgemäß am besten mit dem Smartphone.
Falls wir mal für's Wochenende eine Tour planen, dann kommt natürlich auch das Garmin zum Einsatz. Ist allerdings nicht ganz so minimalistisch wie bei dir, ist ein Montana 600... Emo008


RE: Spontan oder Plan? - warrior - 08.03.2019

Spontan oder Plan... Das ist eine sehr interessante Frage.

Prinzipiell bin ich wohl auch jemand der Touren plant und sehr genau weiß wo ich hin will (oder auch nicht) ;-)
Spontan losziehen kommt hingegen auch mal vor. Gerade wenn das Wetter einfach überraschend "schön" ist oder ich einfach mal raus will und nicht nur sinnlos irgendwo hin laufen will.

Ich hab mit einem Garmin GPS12XL angefangen. Allerdings auch schon im Jahr 2004 und hab irgendwann im Jahr 2009 es sehr zu schätzen gelernt eine Karte mit im Gerät zu haben.
Wobei es am Anfang schon auch seinen Charm hatte.... "sooo, also 10 km Luftlinie in diese Richtung!" ;-)
Und dann hat man versucht mit dem Auto eine brauchbare Route zu finden.

Da wurde man in der Tat etwas faul und mit den Karten ist auch ein wenig das "Abenteuer"-Feeling verloren gegangen. Aber, man könnte die Karte ja einfach ausmachen und ohne Cachen.. macht man aber natürlich ja auch nicht mehr, weil man zu bequem geworden ist. *g*

Ansonsten mag ich mein Garmin Oregon 700 und Smartphone nutze ich auch nur für Formel / ggf. kurze Recherche und Drafts. 

Auf deine Frage ob du zu "altmodisch" bist.. Meine Tochter würde dir dazu mit ihren 4 Jahren folgende Antwort geben: "Jeder wie er will!" ;-) Und ich denke, dem gibt es auch nichts hinzuzufügen! :-)